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Dieser Artikel ist Teil meines 60-Tage-Praxistests zum ZWO Seestar S50 Pro*. Das Testgerät wurde mir für diesen Zeitraum von Astroshop / NIMAX GmbH zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um keine Schenkung, und es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Einflussnahme auf meine Bewertung. Sämtliche Eindrücke, Urteile und Testergebnisse spiegeln ausschließlich meine persönliche, unbeeinflusste Meinung als Astrofotograf wider.
Bei meinem Seestar S50 Pro bin ich auf ein Problem gestoßen, das ich mir momentan noch nicht wirklich erklären kann. Es geht um die Mosaikplanung in der Seestar-App und genauer gesagt um die Übernahme der eingestellten Bildfelddrehung im Alt-Az-Modus.
Vielleicht habe ich irgendwo eine Einstellung übersehen oder einen Zusammenhang noch nicht erkannt. Allerdings habe ich inzwischen einiges ausprobiert, ohne das Problem lösen zu können. Deshalb möchte ich den aktuellen Stand hier dokumentieren. Gleichzeitig bin ich gespannt, ob andere Nutzer ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Eine Funktion, die bisher problemlos funktionierte
Wer mein S50-Pro-Tagebuch verfolgt, weiß, dass ich bereits mehrere Mosaike mit dem Gerät aufgenommen habe. Unter anderem hatte ich am 1. September den kompletten Schleiernebel-Komplex als gedrehtes 1,7-fach-Mosaik geplant und im Alt-Az-Modus aufgenommen. Auch bei späteren Planungen funktionierte die Rahmung so, wie ich es erwartet hatte.
Bei der Planung konnte ich den gewünschten Bildausschnitt drehen und vergrößern. Anschließend übernahm die App diese Vorgabe in den Aufnahmeplan. Der geplante Mosaikbereich berücksichtigte dabei die von mir gewählte Bildkomposition, aber genau dieses Verhalten scheint inzwischen nicht mehr zuverlässig zu funktionieren.
Was ist passiert?
Der zeitliche Zusammenhang ist zumindest auffällig: Ich hatte mein Seestar S50 Pro zwischenzeitlich im EQ-Modus betrieben und anschließend wieder auf Alt-Az zurückgestellt. Erst danach fiel mir das Problem bei der Planung auf.
Als Beispiel dient Messier 31, die Andromedagalaxie. Ich wähle das Objekt aus, öffne die Rahmung und passe den roten Rahmen so an, dass er die von mir gewünschte Orientierung und Größe des Bildfeldes zeigt. Anschließend bestätige ich die Einstellung und übernehme das Objekt mit „Manual +“ in den Aufnahmeplan.
In der Planungsansicht zeigt sich allerdings, dass sich der graue Rahmen für den vorgesehenen Mosaikbereich wieder nach der aktuellen Orientierung am Himmel richtet. Die zuvor eingestellte Drehung wird offenbar nicht mehr wie gewohnt übernommen, während die Vergrößerung erhalten bleibt. Es scheint also nicht die gesamte Rahmung verloren zu gehen, sondern vielmehr die korrekte Übernahme der gewünschten Mosaikgeometrie.

Ein einfacher Bedienfehler?
Natürlich könnte es sein, dass ich eine Funktion falsch bediene oder eine Einstellung übersehen habe. Bevor ich von einem Softwarefehler ausgehe, wollte ich deshalb zunächst die naheliegenden Ursachen ausschließen.
Ich habe den Cache der App geleert, die Anwendung vollständig neu installiert und auch das Seestar selbst zurückgesetzt und unter einem neuen Gerätenamen eingerichtet. Leider blieb das Problem bestehen. Die manuell eingestellte Drehung des roten Rahmens wird weiterhin nicht korrekt in den grauen Rahmen der Planungsansicht übernommen.

Interessant wurde es, als ich die Planung auch auf meinem MacBook Air M1 überprüfte. Dort zeigte sich dasselbe Verhalten, obwohl ich das Seestar nach dem Zurücksetzen noch nicht erneut mit der App auf dem Mac verbunden hatte.

Um auszuschließen, dass das Problem mit meiner bisherigen App-Installation oder dort gespeicherten Daten zusammenhängt, habe ich die Seestar-App schließlich auch auf dem iPhone meiner Frau frisch installiert. Ich habe mich nicht angemeldet und die App so genutzt, als wollte ich sie zunächst nur ausprobieren, ohne ein eigenes Seestar zu besitzen. Bereits in diesem Zustand zeigte sich dasselbe Verhalten bei der Mosaikplanung.
Das ist für mich derzeit der stärkste Hinweis darauf, dass die Ursache möglicherweise in der Planungslogik der App liegt. Ein Beweis ist es allerdings nicht. Denkbar wäre beispielsweise auch, dass die Verarbeitung der Bildfeldrotation nicht mehr korrekt funktioniert oder dass ich einen bisher nicht berücksichtigten Zusammenhang übersehe.
Liegt es an einem App-Update?
Ob ein Zusammenhang mit einer neueren App-Version besteht, kann ich momentan nicht sagen. Allerdings war mir bereits am 15. September bei einer Aufnahme von NGC 7331 genau das Gegenteil des heutigen Problems aufgefallen.
Bei der Aufnahme von NGC 7331 wollte ich bewusst ohne die Begrenzung durch die vorgegebene Rahmung arbeiten. Da ich das relativ kleine Objekt bei der späteren Bildbearbeitung ohnehin beschneiden würde, hätte ich eine gewisse Bildfeldrotation am Rand in Kauf genommen. Mein Ziel war es, innerhalb derselben Zeit mehr Belichtung im gewünschten Bildbereich zu sammeln. Der Planer hielt sich jedoch weiterhin an die vorgegebene Rahmung, sodass auch Bildbereiche außerhalb meines eigentlich gewünschten Ausschnitts aufgenommen wurden. Das hat mich damals besonders gestört. Über diesen Versuch habe ich bereits in meinem Tagebucheintrag „Seestar S50 Pro Test – Tag 22: Härtetest für den Akku und der widerspenstige Planer“ berichtet.
Welche App-Version zum Zeitpunkt der NGC-7331-Aufnahme installiert war, kann ich leider nicht mehr mit Sicherheit nachvollziehen. Normalerweise achte ich darauf, Updates zeitnah zu installieren. Da es bei mir rund um diesen Zeitraum allerdings etwas turbulent zuging, kann es durchaus sein, dass ich ein verfügbares Update erst einige Tage später installiert habe – möglicherweise also erst nach der Aufnahme von NGC 7331. Ob das tatsächlich so war, lässt sich rückblickend nicht mehr feststellen.
Der zeitliche Zusammenhang mit dem Wechsel vom EQ- zurück in den Alt-Az-Modus ist mir erst später aufgefallen. Ob dieser Wechsel tatsächlich die Ursache war oder ob das Problem bereits durch eine andere Änderung ausgelöst wurde, bleibt deshalb vorerst offen.
Da sich das aktuelle Problem auf mehreren Geräten reproduzieren lässt und weder eine Neuinstallation der App noch ein Reset des Seestar geholfen haben, halte ich einen Fehler in der Planungslogik der App für eine plausible Erklärung. Besonders auffällig ist, dass sich das gleiche Verhalten auch auf einem Smartphone mit einer frisch installierten App zeigte, ohne dass jemals ein Seestar damit verbunden oder ich mich in der App angemeldet hatte. Ob tatsächlich ein App-Update dahintersteckt, muss sich erst noch zeigen.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Mich würde interessieren, ob andere Nutzer ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Vielleicht habe ich tatsächlich etwas übersehen. Ich freue mich deshalb über eure Rückmeldungen und werde den Artikel ergänzen, sobald es neue Erkenntnisse oder eine Rückmeldung von ZWO gibt.
Vielen Dank fürs Lesen und allzeit Clear Skies!
Euer Dimi

























