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Dieser Artikel ist Teil meines 60-Tage-Praxistests zum ZWO Seestar S50 Pro*. Das Testgerät wurde mir für diesen Zeitraum von Astroshop / NIMAX GmbH zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um keine Schenkung, und es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Einflussnahme auf meine Bewertung. Sämtliche Eindrücke, Urteile und Testergebnisse spiegeln ausschließlich meine persönliche, unbeeinflusste Meinung als Astrofotograf wider.
Astrofotografie-Nächte können lang werden. Bei meinem jüngsten Test mit dem Seestar S50 Pro wollte ich deshalb vor allem einer Frage auf den Grund gehen: Wie lange hält der interne Akku im absoluten Härtetest durch, wenn die Tauheizung ununterbrochen mitläuft? Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich mitgetestet, wie sich die automatische Mosaik-Rahmung bei durchgeplanten Beobachtungslisten verhält und ob das manuelle Zurücksetzen im Planer diesmal klappt.
Ein automatischer Mosaik-Planer mit Eigenleben
Schon am frühen Abend habe ich in der Seestar-App eine kleine Beobachtungsreihe zusammengestellt. Auf dem Programm standen NGC 7331 für die erste Nachthälfte, gefolgt von einem kurzen Schwenk auf Neptun, bevor das große Mosaik von M 31 in der zweiten Nachthälfte anstehen sollte. Zum Abschluss gab es noch zehn Minuten Uranus.

Bei NGC 7331 ging es mir vor allem darum, eine reine Standardaufnahme ohne Mosaik zu machen. Bei so einem kleinen Objekt würde ich im AZ-Modus gerne bewusst auf die Rahmung verzichten. Der Zuschnitt durch die Bildfeldrotation an den Rändern würde nicht weiter stören und man könnte bei maximaler Integrationszeit in kürzerer Zeit mehr Tiefe im Zentrum sammeln.
Umso ärgerlicher ist hier das Verhalten der App. Im Planer-Modus erzeugt das Seestar aktuell bei Deep-Sky-Zielen automatisiert immer ein Mosaik-Raster. Es gibt in den Einstellungen der Zielplanung schlicht keine Option, das Objekt als rahmenloses Einzelbild anzulegen. Wer keine Mosaik-Abdeckung möchte, schaut bei der automatischen Nachtplanung derzeit in die Röhre und muss die Objekte manuell live anfahren.
Akkutest: 7 Stunden Dauerfeuer unter Realbedingungen
Um 20:45 Uhr ging das Seestar mit 98 % Akkuladung an den Start. Die Tauheizung war ab der ersten Minute aktiviert und lief ununterbrochen durch.

Die Entladung verlief keineswegs linear. Während das Gerät in den ersten beiden Stunden sehr sparsam mit etwa 9 bis 12 % Akkuleistung pro Stunde auskam, zog der Verbrauch in der zweiten Nachthälfte spürbar an. Ab 02:00 Uhr sank der Stand von 39 % innerhalb von gut zwei Stunden auf nur noch 1 %.
Das dürfte vermutlich an der typischen Entladekurve von Lithium-Ionen-Akkus liegen, kombiniert mit den sinkenden Temperaturen in der Nacht. Als das Thermometer gegen Morgen auf rund 8 °C fiel, setzte Kälte der Akkukapazität spürbar zu, und auch die Mechanik braucht beim Nachführen durch etwas zäheres Fett in den Getrieben minimal mehr Kraft.
Dennoch stand am Ende eine solide Gesamtlaufzeit im Protokoll. Nach knapp 7 Stunden und 10 Minuten unter ununterbrochener Belastung schaltete sich das Gerät ab. Für eine kompakte All-in-One-Lösung mit durchgehend aktiver Tauheizung ist das ein ordentlicher Wert.

Die Supernova SN 2026aaiv, Stephans Quintett und die Andromeda-Galaxie
Trotz der ungewollten Mosaik-Rahmung bei NGC 7331 kann sich das Zwischenergebnis mehr als sehen lassen. Das Bild zeigt nicht nur schöne Details in den Staubstraßen und die schwächeren Hintergrundgalaxien der „Deer Lick Group“ sowie Stephans Quintett am Bildrand – ein ganz besonderes Highlight ist ebenfalls gelungen: Auf der Aufnahme ist die erst kürzlich entdeckte Supernova SN 2026aaiv als deutlicher, heller Punkt nahe dem Galaxienkern zu erkennen! Eine beachtliche Ausbeute für die kleine 50-mm-Optik. Schade ist nur, dass die interne Strichspur-Erkennung eine Satellitenspur nicht vollständig herausgefiltert hat, weshalb sich ein feiner Strich durch das Feld zieht.

Der Schwenk auf Neptun lieferte naturgemäß wenig Überraschendes. Bei 260 mm Brennweite bleibt der Eisriese ein kleiner blauer Punkt im Feld.

M 31 bildete schließlich den gelungenen Abschluss der Nacht. Trotz der fortgeschrittenen Dämmerung und nur 85 Minuten effektiver Integrationszeit zeigt das Mosaik eine beachtliche Schärfe und saubere Strukturen ohne störende Satellitenspuren.

Fazit der Nacht
Unter dem Strich hinterlässt die Session ein zweigeteiltes Bild. Die Akkulaufzeit hat mit über 7 Stunden inklusive durchgehender Tauheizung für die aktuellen Temperaturen absolut überzeugt. Auch wenn man in einer knackigen Winter- oder frostigen Herbstnacht mit weniger Laufzeit rechnen muss, ist das ein echt guter Wert, um längere Sessions ohne Powerbank zu bestreiten. Weniger gelungen ist dagegen die sture Mosaik-Rahmung im Planer-Modus. Dass man rahmenlose Einzelbild-Aufnahmen bei der automatischen Zielplanung aktuell nicht erzwingen kann, raubt einem bei kleinen Objekten unnötig Belichtungszeit im Zentrum.
Update zur Hardware
Da sich die originale ZWO-Adapterplatte für den TH10-Kopf herstellerseitig verzögert, habe ich mich nach Rücksprache mit Astroshop für eine alternative von Leofoto entschieden. Ich hoffe sehr, dass diese in der Praxis annähernd so stabil sitzt wie das Original, um den anstehenden Test im EQ-Modus vernünftig durchführen zu können.
Vielen Dank fürs Lesen und allzeit Clear Skies
Euer Dimi
























