Über diese Aufnahme
In den Nächten vom 11. bis 14. August 2026 stand der Hantelnebel auf dem Programm meiner Kosmotheion Sternwarte in Roth. Am 11. August sammelte ich zunächst knapp 50 Minuten RGB-Daten für natürliche Sternfarben. In den folgenden drei Nächten nutzte ich den Optolong L-Ultimate-Filter*, um insgesamt 14 Stunden und 33 Minuten Schmalbandsignale in Ha und OIII einzufangen.
Wettertechnisch zeigten sich die Nächte durchweg sommerlich lau und angenehm trocken. Eine spürbare, kühle Brise wehte zwar gelegentlich, beeinträchtigte die Kuppel aber nicht. Der Mond spielte mir perfektestens in die Karten: Am 12. August war Neumond. Die feine Mondsichel stand somit tief am Horizont, ging bereits am frühen Abend unter und überließ mir einen herrlich dunklen Himmel ohne störendes Streulicht.
Herausfordernd war das Nachführverhalten meiner Montierung. Wiederholt traten Unregelmäßigkeiten im Guiding auf, die sich erst nach dem Meridianflip spürbar besserten. Obwohl ich die Ursache im Laufe der Nächte etwas eingrenzen konnte, blieb die Nachführung hinter meinen Ansprüchen zurück.
Aufnahme Details
| Datum: | 11.&12.&13.&14. 08. 2026 |
| Teleskop: | TS-Optics 10″ Astrograph* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* Optolong L-Ultimate-Filter* |
| Zubehör: | TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor* |
| Aufnahmezeit : | 14h 33m Schmalband 0h 50m RGB (Sterne) |
| Anmerkung: |
Über diese Objekt
Wissenschaftliche Ebene
Messier 27, im Volksmund auch als Hantelnebel oder Dumbbell Nebula bekannt, gehört zu den spektakulärsten planetarischen Nebeln an unserem Nordschimmer. Er markiert das Endstadium eines sonnenähnlichen Sterns, der vor einigen tausend Jahren seine äußeren Gashüllen ins Weltall abgestoßen hat. Im Zentrum befindet sich ein extrem heißer Weißer Zwerg, dessen intensive UV-Strahlung das abgestoßene Gas zum Leuchten anregt. Durch seine verhältnismäßig geringe Distanz zur Erde ist M27 eines der meisterforschten Studienobjekte für die Evolution späten Sternenlebens.
Astrofotografische Ebene
Für Astrofotografen ist M27 ein vielschichtiges Ziel. Während die helle, hantelförmige Kernregion selbst bei kurzen Belichtungszeiten und einfacher Technik schnell sichtbar wird, zeigt sich die wahre Vielschichtigkeit erst bei intensiver Langzeitbelichtung. Insbesondere die feinen äußeren Gasschalen (Halo), die bei Ausbrüchen des Zentralsterns vor der eigentlichen Nebelbildung entstanden sind, erfordern extrem tiefe Belichtungszeiten und hochselektive Schmalbandfilter wie OIII und H-Alpha.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Erster seiner Art: M27 war der allererste planetarische Nebel, den die Menschheit je entdeckte. Charles Messier katalogisierte ihn am 12. Juli 1764.
- Riesiger Zentralstern: Der Weiße Zwerg im Zentrum gehört mit einem geschätzten Radius zu den größten bisher bekannten Weißen Zwergen überhaupt. Seine Oberflächentemperatur beträgt beeindruckende ca. 85.000 Kelvin.
- Äußeres Halo-Geheimnis: Die schwachen äußeren Strukturen dehnen sich über mehr als 15 Bogenminuten aus. Sie stammen aus früheren Pulsationsphasen des Sterns während seiner Zeit als Roter Riese.
- Expansionsgeschwindigkeit: Der Nebel dehnt sich mit etwa 31 Kilometern pro Sekunde weiter ins All aus. Daraus schätzen Wissenschaftler das Alter der Nebelhülle auf rund 10.000 bis 14.600 Jahre.
- Perspektive der Sichtachse: Wir blicken nahezu direkt auf die Äquatorebene dieses planetarischen Nebels. Würde man M27 von den Polebenen aus betrachten, hätte er vermutlich die Form eines Ringes ähnlich dem Ringnebel M57.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | Messier 27 / M 27 / NGC 6853 |
| Typ: | Planetarischer Nebel |
| Entfernung: | ca. 1.360 Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 2,88 Lj. (Durchmesser der Hauptstruktur) |
| Scheinbare Helligkeit: | ca. 7,4 mag |
| Scheinbare Ausdehnung: | 8,0′ × 5,6′ (ca. 1/4 der Fläche des Vollmonds) |
| Sternbild: | Fuchs |
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