Messier 11 – Der Wildentenhaufen im Sternbild Schild

Astrometriert
Ausrichtung

Über diese Aufnahme

Am 20. Juli 2026 habe ich aus der Kosmotheion Sternwarte in Roth den offenen Sternhaufen Messier 11 fotografiert. Die Sommernacht war mit etwa 18 °C angenehm mild. Der zunehmende Mond war zu rund 33 % beleuchtet, stand aber sehr tief am Horizont und ging bereits kurz vor Mitternacht unter.

Da Messier 11 auch recht tief steht, lag er nur für etwas mehr als 2 Stunden im freien Sichtfeld zwischen der Hauswand und dem Waldrand. Zudem zogen phasenweise Schleierwolken durch das Bildfeld. Nach dem Aussortieren blieben letztlich 92 Minuten Belichtungszeit (Einzelframes à 120 Sekunden) für den finalen Stack übrig.

Auf der Aufnahme kommt die enorme Dichte der Schildwolke hervorragend zur Geltung. Neben dem kompakten Sternzentrum treten tatsächlich auch die Dunkelwolken der Milchstraße hervor, welche das Hintergrundlicht der dahinterliegenden Sterne stellenweise stark abschirmen.

Aufnahme Details

Datum:20. 07. 2026
Teleskop:TS-Optics 10″ Astrograph*
Montierung:PetrusII (Eigenbau)
Kamera:Svbony SV405CC (Amazon🛒)
Filter:Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″*
Zubehör:TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor*
Aufnahmezeit :1h 32m
Anmerkung:

Über diese Objekt

Wissenschaftliche Ebene

Messier 11 (NGC 6705), auch bekannt als Wildentenhaufen, gehört zu den sternreichsten und am stärksten verdichteten offenen Sternhaufen in unserer Milchstraße. Er befindet sich in einer Entfernung von rund 6.200 Lichtjahren im Sternbild Schild. Das Alter dieses Objekts wird auf etwa 250 bis 300 Millionen Jahre geschätzt. Mit fast 2.900 nachgewiesenen Mitgliedssternen nimmt er eine Sonderstellung ein, da seine Struktur bereits starke Ähnlichkeiten mit einem Kugelsternhaufen aufweist.

Astrofotografische Ebene

Aus astrofotografischer Sicht bildet M11 ein spannendes Ziel innerhalb der hellen Milchstraßenregion. Die Herausforderung besteht darin, das dichte Zentrum im Bild sauber aufzulösen, ohne dass die hellen Einzelsterne ausbrennen. Gleichzeitig verlangt die Einbettung in die helle Schildwolke eine feine Ausarbeitung der umliegenden Dunkelnebel und Staubstrukturen, um dem Bild Tiefe und reiche Kontraste zu verleihen.

Hintergrund und wissenschaftliche Details

  • Namensgebung: Der Name „Wildentenhaufen“ geht auf den Astronomen William Smyth zurück. Er sah im 19. Jahrhundert in der Anordnung der hellsten Sterne die typische V-förmige Keilformation einer fliegenden Entenschar.
  • Extreme Sternendichte: Im Kernbereich von M11 stehen die Sterne extrem nah beieinander. Der durchschnittliche Abstand zwischen den Sternen im Zentrum beträgt dort lediglich etwa ein Lichtjahr.
  • Blaue Nachzügler (Blue Stragglers): Im Sternhaufen existiert eine auffällige Population sogenannter blauer Nachzügler. Diese Sterne wirken deutlich jünger als der Rest des Haufens, was auf Kollisionen oder den Austausch von Masse in engen Doppelsternsystemen hindeutet.
  • Dynamische Evolution: Die Masse des Sternhaufens beträgt etwa 3.700 Sonnenmassen. Über lange Zeiträume hinweg führen Gravitationswechselwirkungen dazu, dass leichtere Sterne nach außen wandern und den Sternhaufen schrittweise verlassen.
  • Dunkelwolken in der Sichtlinie: Die Region rund um den Sternhaufen ist von interstellaren Staubwolken wie Barnard 111 durchzogen. Diese absorbieren das Sternenlicht und erzeugen die charakteristischen dunklen Lücken in der Sternenwolke.

Objekt Details

Katalognummer(n):Messier 11, NGC 6705
Typ:Offener Sternhaufen
Entfernung:ca. 6200 Lj.
Ausdehnung:ca. 20 Lj.
Scheinbare Helligkeit:ca. 5,8 mag
Scheinbare Ausdehnung:ca. 14 Bogenminuten
(etwa der halbe Vollmonddurchmesser)
Sternbild:Schild (Scutum)

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