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Dieser Artikel ist Teil meines 60-Tage-Praxistests zum ZWO Seestar S50 Pro*. Das Testgerät wurde mir für diesen Zeitraum von Astroshop / NIMAX GmbH zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um keine Schenkung, und es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Einflussnahme auf meine Bewertung. Sämtliche Eindrücke, Urteile und Testergebnisse spiegeln ausschließlich meine persönliche, unbeeinflusste Meinung als Astrofotograf wider.
Der Wetterbericht versprach für Freitagabend eigentlich nichts Gutes: Kein durchgehender Clear Sky, sondern eine dichte Wolkendecke, die laut Radar nur hier und da für vielleicht eine Stunde aufreißen sollte. Wann genau diese Lücken auftauchen würden? Reines Lottospiel. Normalerweise würde ich an solchen Abenden erst gar keine Astrofotografie-Session planen. Für den heutigen Praxistest war das wechselhafte Wetter aber die perfekte Steilvorlage, denn ich wollte unbedingt die neue, hauseigene Remote-Funktion von ZWO auf Herz und Nieren testen.

Einrichtung im ZWO Telescope Network
Die Anbindung an das hauseigene ZWO Telescope Network war erstaunlich einfach und innerhalb von zwei Minuten erledigt. Für den ersten Trockentest schaltete ich am frühen Nachmittag schlicht das WLAN an meinem iPhone aus und wählte mich über das Mobilfunknetz per Remote ein – Verbindung steht!

Da für den Abend ein Fest anstand, das ich weder absagen konnte noch wollte, programmierte ich am Nachmittag einfach einen automatischen Ablaufplan für ein Milchstraßen-Motiv (Milky Way) im Weitwinkelmodus. Ich stellte das Seestar draußen auf das Dach, schaltete es scharf und machte mich auf den Weg.
Live-Eingriff vom Fest: Bildrettung aus kilometerweiter Entfernung
Auf dem Fest angekommen, zog ich gegen 21:40 Uhr mein Smartphone aus der Tasche und öffnete die App per Remote. Tatsächlich: Der Zugriff stand bombenfest, und der geplante Ablauf lief bereits. Auf dem Live-Monitor sah ich allerdings das erwartete Problem: Der Stack lief zwar, aber mitten durch dichte Wolkenfelder.

Hätte ich das Teleskop ohne Fernzugriff einfach weiter machen lassen, hätte die Software die ersten 20 Minuten Schleierwolken knallhart mitgestackt. Das Endergebnis wäre völlig verwaschen und unbrauchbar gewesen. So konnte ich aber aus kilometerweiter Entfernung abwarten, bis der Himmel aufklarte, den Stacking-Prozess stoppen und sauber neu starten. Ein absolut geniales Gefühl!
Bei der Gelegenheit habe ich aus der Ferne auch direkt die Funktion „Speichern Sie jeden Frame“ aktiviert, um ein paar FITS-Einzelframes der Weitwinkelkamera abzugreifen.

Siril-Check der Weitwinkel-FITS & Der Ernüchterungs-Benchmark
Zuhause angekommen, wanderten die gesammelten Rohbilder direkt in Siril. Ich wollte wissen, ob ZWO die FITS-Header der Widefield-Linse korrekt beschreibt. Ergebnis: Passt perfekt! Sowohl die Brennweite (ca. 6,85 mm) als auch die Pixelgröße (2,0 µm) des Sensors werden sauber ausgelesen, sodass Astrometrie und Photometrie in Siril ohne händische Korrekturen durchlaufen sollten.
Weniger berauschend war allerdings der anschließende Datenübertragungs-Benchmark am PC. Beim Auslesen des internen Speichers kam ich über knapp 42 MB/s Lesegeschwindigkeit nicht hinaus. Das zeigt deutlich, dass trotz des modernen USB-C-Anschlusses im Inneren der veraltete USB-2.0-Standard arbeitet. Schade, hier hätte ZWO dem Pro-Modell definitiv eine schnellere Schnittstelle spendieren dürfen.

Spontanes M31-Mosaik zum Abschluss
Kurz bevor die Wolkendecke wieder komplett dichtmachte, nutzte ich die verbleibenden Minuten mobil für ein spontanes Mosaik der Andromedagalaxie (M31). Nach knapp 20 Minuten war das Fenster zwar wieder zu, aber das Ergebnis zeigt eindrucksvoll, was selbst in extrem kurzen Lücken möglich ist.

Alles in allem war das ein extrem erfolgreicher Testtag. Die Remote-Funktion hat sich als echter Gamechanger für wechselhaftes Wetter erwiesen!
Vielen Dank und allzeit Clear Skies
Euer Dimi
























