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Dieser Artikel ist Teil meines 60-Tage-Praxistests zum ZWO Seestar S50 Pro*. Das Testgerät wurde mir für diesen Zeitraum von Astroshop / NIMAX GmbH zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um keine Schenkung, und es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Einflussnahme auf meine Bewertung. Sämtliche Eindrücke, Urteile und Testergebnisse spiegeln ausschließlich meine persönliche, unbeeinflusste Meinung als Astrofotograf wider.
Sonntagmorgen, kurz nach 8 Uhr: Ein Blick aus dem Fenster verriet, dass sich über uns eine kurze Wolkenlücke auftat. Da ich ohnehin schon wach war, gab es kein Halten mehr – die Gelegenheit war einfach zu gut, um das Seestar S50 Pro spontan auf dem Carport zu platzieren und unserem Zentralgestirn einen kurzen Besuch abzustatten.

Ganz ohne Zicken ging es allerdings nicht los. Nach dem Verbinden protestierte die App direkt. Anscheinend gefiel dem S50 Pro die gestrige Kompasskalibrierung überhaupt nicht mehr und so musste ich die Kalibrierung erneut durchführen. Diesmal bin ich die Drehung geduldig in kleinen 30°-Schritten angegangen. Das hat dem System offensichtlich besser gefallen, denn das anschließende Anfahren der Sonne ging extrem flott über die Bühne.
Der Suchvorgang lief sogar so zügig ab, dass ich beim Erstellen des Screenshots völlig überrumpelt wurde und nur noch die finale Zentrierung aufnehmen konnte. Der Grund für dieses Tempo liegt im smarten Zusammenspiel der Sensoren: Der Kompass sorgt zunächst für die grobe Ausrichtung in die richtige Himmelsrichtung. Anschließend übernimmt die neue Weitwinkelkamera die exakte optische Erkennung im breiten Sichtfeld und steuert das Teleskop auf direktem Weg an, um die Sonne blitzschnell im Bildfeld der Telekamera zu zentrieren.

Sonnendetails & Das neue „Schiene“-Feature
Der Autofokus saß auf Anhieb perfekt. Als ich manuell bei 4-facher Vergrößerung das obere rechte Segment der Sonne ansteuern wollte, sprang mir beim Joystick eine neue Option ins Auge: der Button „Schiene“.
Hierbei handelt es sich im Grunde um ein optisches Feature-Tracking – also eine Art Guiding für Sonnen- und Mondbeobachtungen. Normalerweise führt das Teleskop lediglich mit der theoretischen, mathematischen Nachführgeschwindigkeit nach. Steht das Stativ dabei nicht absolut perfekt im Wasser, wandert das Objekt mit der Zeit langsam aus dem Bildfeld. Das Feature „Schiene“ erkennt die Kanten von Sonne oder Mond visuell und korrigiert die Motoren kontinuierlich nach, damit das Objekt wie auf Schienen exakt im Zentrum bleibt.

Im Weißlicht macht das Bild einen sehr sauberen Eindruck. Auf der Oberfläche zeigen sich feine, leicht körnige Strukturen. Dabei handelt es sich nicht um Rauschen oder Pixelfehler, sondern tatsächlich um die solare Granulation – also die kochenden Plasmablasen auf der Fotosphäre! Da die Sonnenaktivität aktuell eher verhalten ist und nur wenige Flecken zeigt, wirkt die Aufnahme auf den ersten Blick zwar ruhiger als alte Aufnahmen aus aktiveren Zeiten. Im direkten Vergleich wird aber deutlich, dass die Farbwiedergabe und die Schärfe beim S50 Pro spürbar zugenommen hat.

Ausflug in die Landschafts-Fotografie
Da das Wetter noch ein paar Minuten durchhielt, habe ich spontan den Landschaftsmodus ausprobiert. Eigentlich nicht mein Hauptinteressengebiet, aber mich hat brennend interessiert, wie sich der Autofokus der Telekamera bei terrestrischen Objekten schlägt.
Bei weit entfernten Motiven klappt das tadellos. Lediglich bei nahen Baumkronen kam das System kurz ins Trudeln, weil die Software schlicht nicht entscheiden konnte, ob nun das vordere Blatt oder der hintere Ast scharfgestellt werden soll. Über den manuellen Fokus war das aber im Handumdrehen korrigiert.

Für heute war es das erst einmal wieder mit den Photonen. Der Wetterbericht macht allerdings Hoffnung: Morgen Nacht soll sich ein größeres Loch in der Wolkendecke auftun. Zwar steht uns ein abnehmender Dreiviertelmond bevor, der den Himmel ordentlich erhellen wird, aber nach der Zwangspause nimmt man jedes Spechtelfenster dankbar mit.
Vielen Dank fürs Lesen und allzeit Clear Skies
Euer Dimi
























