S50 Pro Test – Tag 2: Der Sensor-Krimi – Warum nicht Sony und was bedeutet das für die Praxis?

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Dieser Artikel ist Teil meines 60-Tage-Praxistests zum ZWO Seestar S50 Pro*. Das Testgerät wurde mir für diesen Zeitraum von Astroshop / NIMAX GmbH zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um keine Schenkung, und es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Einflussnahme auf meine Bewertung. Sämtliche Eindrücke, Urteile und Testergebnisse spiegeln ausschließlich meine persönliche, unbeeinflusste Meinung als Astrofotograf wider.

Hohe Wogen schlagen kurz vor dem offiziellen Unboxing eine Nachricht direkt von ZWO: Entgegen den ersten Annahmen in der Szene steckt im Seestar S50 Pro nicht der weit verbreitete Sony IMX585 Sensor, sondern ein Modell mit „ähnlichen Spezifikationen“.

Offizielles Statement von ZWO zur Sensorfrage:

„The sensor used in the Seestar S50 Pro is not the Sony IMX585, but a sensor with similar specifications. […] Before making our final choice, our team spent more than six months comparing, testing, and validating different options to ensure the sensor met our standards…“

https://www.facebook.com/groups/seestar/permalink/1066467229498892/

ZWO hat in dem Statement betont, dass man sich nach sechs Monaten intensiver Tests für diesen Schritt entschieden hat – vor allem, um Lieferengpässe bei der Massenproduktion zu vermeiden und Seriengeräte garantiert identisch auslienern zu können.

Da Software-Kompatibilität heutzutage kein Thema mehr ist und ZWO die Hardware in der eigenen Firmware kapselt, wird die Bedienung in der App nahtlos laufen. Doch was bedeutet dieses „ähnlich“ technisch für uns Astrofotografen?

Mögliche Bedenken unter dem Nachthimmel

  • Quanteneffizienz (QE): Der Sony IMX585 glänzt mit extrem hoher Lichtausbeute dank Starvis 2 Technologie. Sollte der alternative Sensor hier ein paar Prozentpunkte schwächer ausfallen, bräuchte man „theoretisch“ etwas mehr Belichtungszeit für dasselbe Signal-Rausch-Verhältnis.
  • Ausleserauschen & Rauschverhalten: Gerade bei den kurzen Einzelbelichtungen ohne Polausrichtung ist ein extrem niedriges Ausleserauschen entscheidend. Wie sauber verhält sich der neue Chip in dunklen Nächten?
  • Amp-Glow & Kalibrierung: Zeigt der Chip Verstärkerglühen (Amp-Glow), das über Darks herausgerechnet werden muss, oder bleibt das Bild von Haus aus sauber?

Dass der Name Sony fehlt, sorgt in den Foren verständlicherweise für Diskussionen – schließlich gilt Sony als unangefochtener Goldstandard bei Astrokameras. Ich persönlich sehe diesem Umstand jedoch erst einmal völlig entspannt entgegen.

Am Ende zählt schließlich nicht, welcher Markenname auf dem Chip aufgedruckt ist, sondern was das Gesamtsystem in den echten Praxisnächten auf den Bildschirm zaubert. ZWO wird kein Interesse daran haben, das S50 Pro mit einem unzureichenden Sensor auszubremsen.


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