S50 Pro Test – Tag 3: Haptik & der erste Eindruck – Auspacken ohne Wow-Effekt?

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Dieser Artikel ist Teil meines 60-Tage-Praxistests zum ZWO Seestar S50 Pro*. Das Testgerät wurde mir für diesen Zeitraum von Astroshop / NIMAX GmbH zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um keine Schenkung, und es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Einflussnahme auf meine Bewertung. Sämtliche Eindrücke, Urteile und Testergebnisse spiegeln ausschließlich meine persönliche, unbeeinflusste Meinung als Astrofotograf wider.

Endlich liegt das Paket auf dem Tisch! Nach der ganzen Sensor-Diskussion von gestern geht es heute ans Eingemachte: Das Seestar S50 Pro wird ausgepackt. Als Design-Liebhaber war ich extrem gespannt darauf, wie sich das neue Smarthardware-Aushängeschild von ZWO in den Händen anfühlt.

Hier muss ich allerdings ehrlich sein: Im ersten Moment war ich schlicht überrascht – und das nicht nur im positiven Sinne.

Der EPP-Koffer: Bekannter Standard statt Upgrade

Schlägt man den Karton auf, blickt man auf denselben EPP-Schaumstoffkoffer, den man schon vom Ur-S50 kennt. ZWO hat hier Eins-zu-Eins das alte Formkonzept übernommen. Versteht mich nicht falsch: EPP ist leicht und schützt das Gerät beim Transport zuverlässig. Ich persönlich hätte mir bei einer „Pro“-Variante aber eine hochwertige Stoff- beziehungsweise Transporttasche mit solidem Reißverschluss gewünscht. Den einfachen Plastik-Schnappverschlüssen des EPP-Koffers traue ich auf Dauer einfach nicht über den Weg.

Der vollständige Lieferumfang des Seestar S50 Pro neben dem vertrauten EPP-Formkoffer – zweckmäßig, aber ohne große Überraschungen beim Zubehör.

Das Zubehör fällt gewohnt zweckmäßig aus: Neben dem Seestar selbst liegen der bekannte Sonnenfilter, ein USB-C-Ladekabel, die Kurzanleitung und das bewährte Carbon-Tischstativ bei. An Letzterem gibt es nach wie vor nichts zu meckern – stabil, leicht und absolut funktional. Das Zubehörfach im Koffer wirkt gefühlt einen Hauch anders aufgeteilt, was aber auch täuschen kann. Eine nette Geste sind die Sticker, die dem Paket beiliegen.

Haptik und Design: Ein Déjà-vu in Weiß

Ich hatte im Vorfeld gehofft, dass sich das S50 Pro spürbar kompakter oder durch geänderte Oberflächen noch einen Ticken wertiger anfühlt. Nimmt man das Teleskop aus dem Koffer, hält man aber im Wesentlichen genau das bekannte S50-Gehäuse in den Händen – nur eben in Weiß statt Schwarz-Dunkelgrau. Auch die rund 300 Gramm Mehrgewicht, die das Pro-Modell auf die Waage bringt, fallen höchstens im direkten Vergleich auf, wenn man beide Geräte gleichzeitig in der Hand hält.

Déjà-vu in Weiß: Das S50 Pro bringt äußerlich keine großen Überraschungen mit sich, wirkt aber im hellen Finish durchaus modern.

Der verwendete Kunststoff greift sich identisch an, und auch die Gehäuseform entspricht 1:1 dem Vorgänger. Es gibt zwar ganz subtile Design-Anpassungen an den Kanten des Optik-Arms, diese fallen in der Praxis aber kaum ins Gewicht. Wer auf einen optisch komplett neu gedachten Design-Wurf gehofft hat, wird hier also etwas ausgebremst.

EigenschaftSeestar S50Seestar S50 Pro
Abmessungen142 × 130 × 257 mm140 × 149 × 268 mm
Gewicht (Teleskop)ca. 2,5 kgca. 2,8 kg
KamerasystemEinzelkamera (Tele)Dual-Kamera (Tele + Weitwinkel)
Getriebe-MaterialKunststoff / MischgetriebePräzisions-Messinggetriebe
VerbindungManueller WLAN-ConnectNFC-Schnellkopplung + WLAN
GehäusefarbeSchwarz / DunkelgrauWeiß / Hellgrau
Koffer / TransportEPP-FormkofferEPP-Formkoffer
(nahezu baugleich)
StativCarbon-TischstativCarbon-Tischstativ
(baugleich)

Verbindung per NFC und überarbeitete App

Wo das S50 Pro haptisch stagniert, punktet es beim ersten Einschalten umso mehr: Das Anbinden an mein iPhone ging dank des neuen NFC-Features unfassbar schnell. Smartphone kurz an das Gehäuse halten, kurz bestätigen – zack, die Verbindung steht innerhalb weniger Sekunden.

Nahtloser Start: Das S50 Pro verbindet sich blitzschnell mit der Seestar-App auf dem iPhone.

Auch die Seestar-App hat in der Zwischenzeit sichtbare Fortschritte gemacht. Seit meiner letzten Nutzung im September 2025 wirkt die Software deutlich aufgeräumter, reagiert spürbar direkter und läuft auf demselben Smartphone extrem flüssig. Wie sich das Ganze bei der Sonnen- oder Deep-Sky-Ausrichtung schlägt, muss sich zeigen, sobald der Himmel wieder aufreißt.

Innere Werte statt äußerem Schein

Auch wenn mein Herz als Design-Fan einen etwas mutigeren Schritt erwartet hätte: Am Ende zählt bei einem Astrofotografie-Gerät, was unter der Haube steckt. Und genau da hat ZWO an den richtigen Stellschrauben gedreht. Im Inneren wurden die bisherigen Kunststoff-Zahnräder durch robuste Messing-Zahnräder ersetzt, was für deutlich weniger Getriebespiel und eine höhere Langlebigkeit bei der Nachführung sorgen sollte. Zusammen mit dem neuen Dual-Kamera-System bin ich mir sicher, dass die Bildergebnisse das Ur-S50 sichtbar übertreffen werden.

Das Gehäuse bleibt zwar ein alter Bekannter im neuen Farbkleid, aber die inneren Werte stimmen. Jetzt warte ich sehnlichst auf Clear Skies für den ersten echten Praxistest!

Vielen Dank fürs Lesen und allzeit Clear Skies

Euer Dimi


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