Wissenswertes
Die Plejaden (Messier 45) sind wohl einer der bekanntesten offenen Sternhaufen am Nachthimmel und bilden das Herzstück des Sternbildes Stier. Mit bloßem Auge erscheinen sie als kleine, kompakte Gruppe aus jungen, heißen Sternen. Ein faszinierendes Detail bei einer genaueren Betrachtung ist der den Stern Merope umgebende Meropenebel (NGC 1435). Anders als bei Emissionsnebeln, die durch das Gas selbst leuchten, handelt es sich hierbei um einen Reflexionsnebel. Staub- und Gaspartikel im interstellaren Raum streuen hier das blaue Licht der hellen Plejadensterne, was dem Nebel sein charakteristisches, geisterhaftes Leuchten verleiht. Es ist kein Überbleibsel der Geburt des Haufens, sondern eine interstellare Wolke, durch die der Sternhaufen derzeit auf seiner Reise durch die Galaxie zieht.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Physik der Reflexion: Das blaue Licht des Nebels ist das Ergebnis der sogenannten Mie-Streuung. Die Staubpartikel im Nebel sind in ihrer Größe vergleichbar mit der Wellenlänge des sichtbaren Lichts, wodurch blaues Licht effizienter gestreut wird als rotes.
- Dynamische Begegnung: Die Assoziation zwischen dem Sternhaufen und der Staubwolke ist zufällig. M45 bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/s durch diese Wolke, was bedeutet, dass sich der Anblick des Nebels über kosmische Zeiträume hinweg stetig verändert.
- Spektralklasse: Merope selbst ist ein blau-weißer Stern der Spektralklasse B, was die enorme Intensität der Strahlung erklärt, die den umgebenden Staub erst zum „Leuchten“ bringt.
- Alter des Haufens: Die Plejaden sind mit einem Alter von etwa 100 bis 150 Millionen Jahren astronomisch gesehen noch sehr jung. Die hellsten Sterne sind massereich und stehen kurz vor dem Ende ihrer Hauptreihenphase.
Über diese Aufnahme
Meine Aufnahme der Plejaden entstand im kurzen Zeitfenster zwischen der nautischen Dämmerung und dem Mondaufgang und umfasst aufgrund des kleinen Bildausschnittes meines Kamera-Teleskopsystems nur einen Teil des prächtigen Siebengestirns.
In der Aufnahme sehr gut zu erkennen ist der Staub an dem die Plejaden vorbeiziehenden bei ihren Weg durch das All vorbeiziehen. Diese Molekülwolke aus Gas und Staub sind nicht der Überbleibsel aus der Entstehungsgeschichte des Gestirns, sondern ein Teil des Taurus-Auriga Dunkelnebelgebiets.
Bild Details
| Datum: | 16. 03. 2025 |
| Teleskop: | TS-Optics 10″ Astrograph* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* |
| Zubehör: | TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor* |
| Aufnahmezeit : | 01h 38m |
| Anmerkung: |
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M 45 |
| Typ: | Offener Sternhaufen |
| Entfernung: | ca. 444 Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 7 Lj. |
| scheinbare Helligkeit: | ca. 1,35 mag |
| Sternbild: | Stier |
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