Über diese Aufnahme
Kennt ihr diese Nächte? Der Himmel ist klar, die Ausrüstung bereit, aber ihr wisst einfach nicht, was ihr auf die schnelle Aufnehmen wollt. Statt eines neuen Objekts, landete ich dann doch wieder bei einem altbekannten Himmelskörper – Abell 2151.
Also suchte ich auf die Schnelle ein „einfaches“ Objekt aus – nicht, weil Abell 2151 langweilig wäre, sondern weil ich ihn schon kannte. Meine Hauptmotivation war diesmal eine ganz andere: Ich wollte die Kollimation meines Newtons testen und gleichzeitig sehen, was mein „kleiner“ 10-Zöller in puncto Auflösungsvermögen so draufhat.
Unter meinem Himmel gab es glücklicherweise kaum einen nennenswerten Unterschied zwischen den Aufnahmen meines alten 14-Zoll Schmidt-Cassegrains und dem aktuellen 10-Zoll Foto-Newton! Das hat mir ehrlich gesagt einen echten Stein vom Herzen fallen lassen. Es zeigt mir, dass meine Bedingungen auch für eine kleinere Optik stimmen.
Aufnahme Details
| Datum: | 30. 05. 2025 |
| Teleskop: | TS-Optics 10″ Astrograph* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* |
| Zubehör: | TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor* |
| Aufnahmezeit : | 2 h 30 m |
| Anmerkung: |
Über diese Objekt
Wissenschaftliche Ebene Abell 2151, besser bekannt als der Herkules-Galaxienhaufen, ist eine der bemerkenswertesten großräumigen Strukturen in unserer kosmischen Nachbarschaft. Er liegt etwa 500 Millionen Lichtjahre entfernt und bildet den Kern des Herkules-Superhaufens. Im Gegensatz zu den „statischen“ Riesenhaufen wie Coma, die fast nur aus alten, elliptischen Galaxien bestehen, ist Abell 2151 ein dynamisches Labor. Er zeichnet sich durch einen ungewöhnlich hohen Anteil an Spiralgalaxien aus, was darauf hindeutet, dass der Haufen noch jung ist und sich in einer intensiven Phase der Verschmelzung befindet. Die Gravitationskräfte innerhalb des Haufens führen zu einer extrem hohen Rate an Interaktionen, bei denen Gaswolken komprimiert werden und neue Sterne in großer Zahl entstehen.
Astrofotografische Ebene Für uns Astrofotografen ist Abell 2151 ein faszinierendes „Deep-Field“-Ziel. Da sich der Haufen über eine Fläche von etwa der Größe des Vollmonds erstreckt, bietet er eine enorme Dichte an Objekten für mittlere bis lange Brennweiten. Die Herausforderung liegt im Kontrast: Während die helleren Kerne der Galaxien schnell sichtbar sind, erfordern die feinen Gezeitenströme und Brücken zwischen den kollidierenden Systemen viel Belichtungszeit. Die Vielfalt der Formen – von Kantenlagen über perfekte Spiralen bis hin zu deformierten Arp-Objekten – macht das Feld zu einem der abwechslungsreichsten Ziele des Frühlingshimmels.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Entfernung: Ungefähr 500 Millionen Lichtjahre (Rotverschiebung $z \approx 0,036$).
- Haufentyp: Bautz-Morgan-Klasse II (ein Haufen mit einer moderaten Konzentration, aber ohne einzelne dominante Riesengalaxie).
- Mitgliederanzahl: Über 200 hellere Galaxien, insgesamt tausende kleinere Mitglieder.
- Zugehörigkeit: Teil der „Großen Mauer“, einer gigantischen Filamentstruktur aus Galaxien.
- Besondere Objekte: Enthält das berühmte interagierende Paar NGC 6050 und IC 1179 (Teil des Arp-Katalogs).
- Neueste Erkenntnisse: Röntgenuntersuchungen zeigen großflächige Schockfronten im intergalaktischen Medium, was die Theorie stützt, dass Abell 2151 gerade aus der Kollision von mindestens drei kleineren Untergruppen entsteht.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | Abell 2151 |
| Typ: | Galaxienhaufen |
| Entfernung: | ca. 500 Mio Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 6 bis 9 Mio. Lj. |
| scheinbare Helligkeit: | ab ca. 14 mag |
| Sternbild: | Herkules |
Weitere Aufnahmen
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