Servus zusammen! Die Gerüchteküche in der Astronomie-Szene hat ja schon lange gebrodelt, aber jetzt haben wir es – mehr oder weniger – schwarz auf weiß. Die Ära des originalen Seestar S50 geht zu Ende und macht Platz für den Pro-Nachfolger. Ich habe mal etwas recherchiert und für euch zusammengefasst, was uns beim Seestar S50 Pro erwarten könnte. Natürlich alles ohne Gewähr, aber die Zeichen stehen gut.
Das Ende einer Ära: S50 ist tot, lang lebe die Pro-Serie!
ZWO hat ab sofort die Produktion des klassischen Seestar S50 eingestellt (Auf der Astroshop* Seite ist das S50 schon nicht mehr verfügbar). Auf der NEAF 2026 hat der CEO von ZWO persönlich bestätigt, dass das Seestar S50 Pro nicht nur ein Hirngespinst ist, sondern sich bereits in der Endphase der Entwicklung befindet. Prototypen werden schon fleißig für Milchstraßen-Zeitraffer und Deep-Sky-Sessions getestet.
Info: Milchstraßen-Zeitraffer
Dass das S50 Pro Zeitraffer beherrscht, ist mittlerweile bestätigt. Der CEO von ZWO nutzt bereits Prototypen für Milky Way Time-Lapses. In der App wird es dafür den speziellen „Milky Way Mode“ geben, der Zeitraffer und Sternspuren per Fingertipp ermöglicht.
ZWO teilt den Markt nun klar auf: Das S30 Pro [Astroshop*] ist der flinke Reisebegleiter für Weitwinkel-Fans, während das S50 Pro das neue Kraftpaket für alle wird, die tiefer ins All schauen wollen. Besonders spannend: Die Pro-Serie tritt das Erbe der Standard-Serie direkt an. Es wird kein Basis-Modell für Sparfüchse mehr geben, sondern nur noch die Pro-Varianten. Ob der Name „Pro“ glücklich gewählt ist, lässt sich streiten – ein „S50 II“ wäre eventuell klarer gewesen, aber „Pro“ zieht wahrscheinlich im Marketing aktuell einfach besser.
| Modell | Status (April 2026) | Fokus |
| Seestar S30 | Auslaufmodell | Portabilität zum kleinen Preis |
| Seestar S30 Pro | Verfügbar | Weitfeld, Milchstraße, 4K-Imaging |
| Seestar S50 | Produktion eingestellt | Der Klassiker |
| Seestar S50 Pro | In Entwicklung | Deep-Sky Power & 4K Auflösung |

Welche Hardware erwartet uns?
Das S50 Pro wird massiv aufgewertet. ZWO übernimmt die Philosophie vom S30 Pro und passt sie der 50-mm-Linie an. Hier mein Artikel zum S30 Pro.
1. Sensor: Endlich 4K!
Der alte S50 nutzte den IMX462-Sensor mit Full-HD-Auflösung (2,1 Megapixel). Das S50 Pro wird höchstwahrscheinlich den Sony IMX585 mit Starvis 2-Technologie nutzen.
- Was ist Starvis 2? Das ist die neueste Generation von Sonys Sensoren mit extrem hohem Dynamikumfang und besserer Lichtempfindlichkeit.
- Auflösung: 8,3 Megapixel (4K). Sterne bleiben dank einer Quanteneffizienz von über 91 % viel natürlicher und brennen nicht so schnell aus.
2. Optik: Schärfe bis zum Rand (Quadruplet)
ZWO wechselt von drei auf vier Linsen (Quadruplet-Apochromat). Da der 4K-Sensor größer ist, dient die vierte Linse als Bildfeldebner (Flattener). Damit gehört die Bildfeldwölbung der Vergangenheit an. Sterne am Rand sehen also nicht mehr wie „Eier“ aus (was oft fälschlicherweise als Astigmatismus bezeichnet wird), sondern sollten knackig scharf bleiben.
3. Dual-Vision: Alles im Blick
Wie das S30 Pro bekommt auch der 50er-Nachfolger eine zweite Kamera. Mit diesem Weitwinkel-Objektiv (ca. 63° Sichtfeld) findet man Objekte schneller und man kann zudem die schon oben erwähnten und sicherlich beeindruckenden Zeitraffer der Milchstraße machen.
4. Verstärkte Mechanik
Da das Gehäuse durch die neue Optik und die zweite Kamera schwerer wird, hat ZWO die Mechanik verstärkt. Es kommen präzisere Getriebe zum Einsatz, um das Backlash (Umkehrspiel) zu minimieren. Das sorgt für eine stabilere Nachführung – ein Punkt, der besonders bei längeren Belichtungen den Unterschied macht.
Aus der Hardware-Gerüchteküche
Neben den harten Fakten gibt es auch ein paar Leaks, also sogenannte „Insider-Infos“:
- Weiß ist das neue Schwarz: Augenzeugen berichten von weißen Prototypen – ein Design, das wir schon vom S30 Pro kennen.
- Der NFC-Turbo: Werbeplakate deuten auf einen NFC-Chip für blitzschnelles Pairing hin. Handy kurz ans Teleskop halten, und die Verbindung steht.
- Speicher-Monster: Es ist die Rede von bis zu 256 GB internem Speicher, was bei den großen 4K-Rohdaten auch absolut notwendig ist.
- Der „S50P“-Code: In der App gefundene Platzhalter für ein „S50P“-Modell bestätigen den Dual-Kamera-Modus. Diese Info ist wichtig, weil sie zeigt, dass die Software bereits für zwei Optiken bereit ist.
Software & Features – Der Vergleich zum Dwarf Mini
Als Besitzer eines Dwarf Mini (meinen Test dazu findet ihr hier) weiß ich, dass Hardware nur die halbe Miete ist. Die Software muss liefern. ZWO legt 2026 ordentlich nach:
- Live-Mosaik: Ihr könnt zusehen, wie das Teleskop ein riesiges Himmelsareal abfährt und das Bild in Echtzeit am Tablet zusammenfügt. Das gab es zwar beim S50 schon im Ansatz, soll aber nun wesentlich performanter und „live“ ablaufen.
- KI-Power: Funktionen wie „AI DeNoise“ und „Dynamic Background Extraction“ (DBE) helfen dabei, Lichtverschmutzung und Rauschen direkt bei der Aufnahme zu reduzieren. Gerade die Gradienten-Entfernung (DBE) ist ein Segen, wenn man nicht mit professioneller Software wie PixInsight oder Siril arbeiten möchte.
- Optimierter EQ-Mode: In Kombination mit einer Wedge erlaubt die Software nun stabilere Belichtungszeiten von 60 Sekunden und vielleicht auch mehr.
Was kostet der Spaß und wann geht’s los?
Die bessere Technik schlägt sich im Preis nieder. Das S50 Pro wird vermutlich zwischen 700 und 900 Euro kosten. ZWO plant den Launch für Ende 2026. Dass kein günstigeres Modell mehr kommt, liegt wohl auch daran, dass man keine „Auslaufware“ (wie den alten IMX462) mehr verbauen möchte.
Fazit: Lohnt sich das Warten?
Wenn ihr Galaxien und kleine Nebel liebt, dann definitiv: Wartet auf das S50 Pro! Mit der Kombination aus 50 mm Öffnung, verstärkter Mechanik gegen Backlash und dem 4K-Sensor ist das (oder der) S50 Pro der König unter den Smart-Teleskopen – außer man zählt das vielleicht irgendwann erscheinende Vaonis Hyperia [Link] dazu.
Ein Wermutstropfen bleibt aber weiterhin! Mein doch so gewünschter mechanische Bildfeldrotator [s. Artikel: ZWO Seestar S30 Pro: Sprung nach vorn – Aber wo bleibt der Bildfeldrotator?] fehlt weiterhin. Trotzdem: Das Gesamtpaket passt, ZWO hat seine Hausaufgaben gemacht und das S50Pro dürfte für ordentlichen Wirbel in der Smart-Teleskop-Szene sorgen.
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Vielen Dank fürs Lesen und allzeit Clear Skies!
Euer Dimi




















