Messier 40 – Das Rätsel im Großen Bären

Astrometriert
Negativ

Über diese Aufnahme

In der Nacht vom 22. Mai 2026 habe ich mich der Region um Messier 40 in meiner Kosmotheion Sternwarte gewidmet. Es war eine angenehme, sternklare Nacht, auch wenn eine spürbare, kühle Brise die Ruhe gelegentlich unterbrach. Der Mond, der sich als zunehmender Halbmond präsentierte und zu etwa 54 % beleuchtet war, stand recht tief am Horizont und störte die Aufnahmen kaum, da er erst in der zweiten Nachthälfte aufging. Insgesamt konnte ich 50 Minuten Belichtungszeit sammeln, verteilt auf Einzelbilder von jeweils 120 Sekunden. Auf dem Bild zeigt sich die Umgebung um den vermeintlichen Nebelfleck als interessantes Feld mit zwei markanten NGC-Galaxien sowie einigen kleineren Begleitern am oberen Bildrand.

Aufnahme Details

Datum:22. 05. 2026
Teleskop:Meade LX200 ACF 3550/355*
Montierung:PetrusII (Eigenbau)
Kamera:Svbony SV405CC (Amazon🛒)
Filter:Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″*
Zubehör:TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor*
Aufnahmezeit :0h 50m
Anmerkung:

Über diese Objekt

Wissenschaftliche Ebene

Messier 40 (auch Winnecke 4 genannt) ist eine der drei großen Kuriositäten im Messier-Katalog. Charles Messier nahm das Objekt im Jahr 1764 auf, da er sich auf Aufzeichnungen des Astronomen Johann Hevelius aus dem 17. Jahrhundert stützte, der an dieser Stelle einen Nebel verzeichnet hatte. Bei seiner eigenen Beobachtung beschrieb Messier es jedoch lediglich als zwei sehr nahe beieinander stehende Sterne. Es ist bis heute ein Rätsel, warum er es überhaupt in seinen Katalog kometenartiger Objekte aufnahm, da es sich keineswegs um ein flächiges Objekt handelt, sondern um ein rein optisches Doppelsternpaar.

Astrofotografische Ebene

Für Astrofotografen ist M40 vor allem ein historisches Kuriosum und weniger ein klassisches Deep-Sky-Ziel. Da das „Objekt“ selbst nur aus zwei unscheinbaren Sternen besteht, liegt der fotografische Reiz – wie auch bei dieser Aufnahme – in der unmittelbaren Umgebung. Das Feld ist reich an Hintergrundgalaxien, die den Blick auf das eigentliche Messier-Objekt kompensieren. Es erfordert keine extrem langen Belichtungszeiten für das Sternenpaar selbst, aber ein gewisses Maß an Brennweite und Belichtung, um die schwachen, weit entfernten Galaxien in der Umgebung sichtbar zu machen.

Hintergrund und wissenschaftliche Details

  • Historischer Irrtum: M40 galt fast zwei Jahrhunderte lang als verschollen, bis John Mallas 1965 die Identität von Winnecke 4 mit Messiers Beschreibung zweifelsfrei klären konnte.
  • Optische Täuschung: Die beiden Sterne stehen lediglich aus unserer Sicht auf der Erde in einer Linie; sie bilden kein physikalisches System, das sich gegenseitig umkreist.
  • Fehlidentifikation: Es wird vermutet, dass Hevelius’ ursprüngliche Beobachtung eines „Nebels“ an dieser Stelle eine optische Täuschung durch schlechte Beobachtungsbedingungen oder eine Verwechslung war.

Objekt Details

Katalognummer(n):Messier 40, Winnecke 4
Typ:Optischer Doppelstern
Entfernung:ca. 450 – 500 Lj.
Ausdehnung:
Scheinbare Helligkeit:9,6 mag / 10,1 mag
Scheinbare Ausdehnung:
Sternbild:Großer Bär (Ursa Major)

Weitere Aufnahmen

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