Über diese Aufnahme
In der Nacht vom 25. September 2026 richtete ich die Teleskope der Kosmotheion Sternwarte in Roth auf den Elefantenrüsselnebel. Bei milden Herbsttemperaturen um 12°C präsentierte sich die Nacht nahezu windstill mit klarer, ruhiger Luft – ideale äußere Bedingungen für eine lange Belichtungsserie.
Der Mond dominierte die Nacht jedoch als fast vollständiger Vollmond (rund 99 % beleuchtet). Er stand recht hoch über dem Horizont, stieg am frühen Abend gegen 18:40 Uhr auf und ging erst im Morgengrauen gegen 06:10 Uhr wieder unter. Obwohl das helle Mondlicht das Himmelshintergrundrauschen stark anhebt und das typische Sensor-Banding des IMX294-Chips durch den fehlenden Kontrast merkbar verstärkt, konnte der schmalbandige Optolong L-Ultimate Dual Narrowband Filter (3 nm Halbwertsbreite) den extremen Lichtsmog effektiv unterdrücken. Bei Einzelbelichtungen von 300 Sekunden summierten sich so insgesamt 7,5 Stunden Gesamtbelichtung.
Aufnahme Details
| Datum: | 25. 09. 2026 |
| Teleskop: | TS-Optics 10″ Astrograph* Meade LX200 ACF 3550/355* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* UV-IR-Blockfilter* Dual Schmalband Filter* Optolong L-Ultimate-Filter* |
| Zubehör: | TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor* |
| Aufnahmezeit : | 7h 30m |
| Anmerkung: | Vollmond |
Über diese Objekt
Wissenschaftliche Ebene
IC 1396A, allgemein als Elefantenrüsselnebel bekannt, ist eine dichte Ansammlung aus interstellarem Gas und Staub innerhalb des wesentlich größeren H-II-Emissionsgebietes IC 1396 im Sternbild Kepheus. Die dunkle, längliche Säule entsteht durch den enormen Strahlungsdruck und die Winde massereicher, heißer Sterne in der Nachbarschaft – allen voran der zentrale O-Stern HD 206267. Diese hochenergetische Strahlung verdampft die äußeren Ränder der Gaswolke (Photoevaporation) und komprimiert gleichzeitig das Gas im Inneren. Dadurch wird eine sogenannte getriggerte Sternentstehung (Triggered Star Formation) ausgelöst, bei der tief im Inneren der dunklen Wolke neue Protosterne gebildet werden.
Astrofotografische Ebene
Für Astrofotografen gehört IC 1396A zu den beliebtesten Motiven des Nordhimmels, erfordert jedoch eine durchdachte Filterwahl. Da der Nebel hauptsächlich in der Hydrogen-Alpha-Linie (656,3 nm) leuchtet und schwächere Anteile von OIII sowie Reflexionsnebeln enthält, ist er ein Paradeziel für Schmalband- und Dual-Narrowband-Filter. Seine markante Form erzeugt eine starke räumliche Tiefe zwischen den dunklen Vordergrundwolken und dem hell emittierenden Hintergrundgas. Durch die Zirkumpolarität bzw. hohe Lage im Sternbild Kepheus lässt sich das Objekt über viele Monate hinweg optimal belichten.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- nfrarot-Blick der Weltraumteleskope: Aufnahmen des Spitzer-Weltraumteleskopes enthüllten Dutzende von bisher verborgenen Protosternen und Young Stellar Objects (YSOs) direkt im Kopf und Körper der Rüsselstruktur.
- Stoßwellen und Herbig-Haro-Objekte: An den Spitzen des Nebels lassen sich energetische Materieauswürfe junger Sterne (Jets) beobachten, welche sogenannte Herbig-Haro-Objekte bilden.
- Photoevaporation in Echtzeit: Astronomische Modelle zeigen, dass die ionisierende Strahlung des Sterns HD 206267 die Dunkelwolke langsam auflöst; in wenigen Millionen Jahren wird die Säule vollständig abgetragen sein.
- Getriggerte Sternentstehung: Studien bestätigen, dass etwa 20 % der jungen Sterne in dieser Region direkt durch den Kompressionsdruck der Schockfronten des O-Sterns geformt wurden.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | IC 1396A, vdB 142 |
| Typ: | Emissionsnebel Elefantenrüssel-Globule (H-II-Region) |
| Entfernung: | ca. 2400 Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 20 Lj. |
| Scheinbare Helligkeit: | ca. 3,5 mag (Gesamtkomplex IC 1396) ca. 10 mag (IC 1396A) |
| Scheinbare Ausdehnung: | ca. 31′ × 31′ (etwa Vollmondgröße) |
| Sternbild: | Kepheus (Cepheus) |
Weitere Aufnahmen
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