Über diese Objekt
Die Sombrero-Galaxie, im Messier-Katalog als M104 geführt, ist eine der fotogensten und gleichzeitig rätselhaftesten Galaxien am Frühlingshimmel. Sie wurde im Mai 1781 von Pierre Méchain entdeckt und später von Charles Messier handschriftlich in seinen Katalog ergänzt.
Physikalisch gesehen ist M104 ein Grenzgänger. Sie liegt an der Kante zwischen einer Spiralgalaxie und einer elliptischen Galaxie. Besonders auffällig ist der extrem helle Kern und das massive, dunkle Staubband, das die Galaxie wie die Krempe eines Sombreros umschließt. Mit einer Entfernung von etwa 28 Millionen Lichtjahren ist sie uns nah genug, um ihre gewaltigen Strukturen im Detail zu studieren.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Zentrales Schwarzes Loch: Im Herzen von M104 verbirgt sich ein supermassereiches Schwarzes Loch mit einer geschätzten Masse von einer Milliarde Sonnenmassen. Es gehört zu den massereichsten Objekten dieser Art in unserer galaktischen Nachbarschaft.
- Kugelsternhaufen-System: Während unsere Milchstraße etwa 150 bis 200 Kugelsternhaufen besitzt, beherbergt M104 eine riesige Population von geschätzten 1.200 bis 2.000 Clustern.
- Hohe Fluchtgeschwindigkeit: Vesto Slipher entdeckte 1912, dass sich die Galaxie mit rund 1.000 Kilometern pro Sekunde von uns entfernt. Dies war einer der ersten Hinweise darauf, dass sich das Universum ausdehnt.
- Staubring: Der markante Ring besteht hauptsächlich aus interstellarem Gas und Staub. In diesem Bereich findet die intensivste Sternentstehung innerhalb der Galaxie statt.
- Galaktischer Halo: M104 besitzt einen außergewöhnlich großen und hellen Halo, was Astronomen vor die Frage stellt, ob sie durch eine massive Verschmelzung in der Vergangenheit ihre heutige Form erhielt.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M104 / NGC 4594 |
| Typ: | Spiralgalaxie |
| Entfernung: | ca. 28 Mio Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 50.000 bis 70.000 Lj. |
| scheinbare Helligkeit: | ca. 8,0 mag |
| Sternbild: | Jungfrau |
Über diese Aufnahme
Nachdem ich am 19.03.2026 bereits M65 und M66 (als Komplettierung des Leo-Tripletts) im Kasten hatte, stand als zweites Ziel der Nacht die Sombrero-Galaxie auf dem Plan. M104 ist eine besondere Herausforderung, da sie von meinem Standort aus extrem tief am Horizont entlangzieht.
Das Zeitfenster für die Fotografie ist denkbar knapp. Die Galaxie taucht erst spät hinter der Hauswand auf und verschwindet nur etwa drei Stunden später schon wieder hinter den hohen Bäumen des angrenzenden Waldes. Die tiefe Lage sorgt zudem für massive atmosphärische Dispersion. Die Luftschichten wirken hier wie ein Prisma, was man deutlich an den Farbsäumen der Sterne erkennt – oben Blau, unten Gelb. Trotz dieser schwierigen Bedingungen konnte ich 61 Einzelframes mit jeweils 120 Sekunden sammeln, was einer Gesamtbelichtungszeit von knapp zwei Stunden entspricht.
Aufnahme Details
| Datum: | 19. 03. 2026 |
| Teleskop: | TS-Optics 10″ Astrograph* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* |
| Zubehör: | TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor* |
| Aufnahmezeit : | 2 h 2 m 61 x 120s |
| Anmerkung: |
Ältere Aufnahmen
Interessiert an der Entstehung? Hier findest du meine früheren Versionen dieses Objekts aus dem Astroarchiv
























