Über diese Objekt
M65 und M66 bilden zusammen mit der etwas abseits gelegenen NGC 3628 das berühmte Leo-Triplett. Diese drei Galaxien befinden sich in einer Entfernung von etwa 35 Millionen Lichtjahren im Sternbild Löwe. Während sie auf den ersten Blick friedlich nebeneinander zu schweben scheinen, stehen sie in einer engen gravitativen Wechselbeziehung.
Besonders bei M66 (im Bild oben) sieht man die Auswirkungen dieser kosmischen Nachbarschaft. Ihre Spiralarme wirken leicht asymmetrisch und verbogen, was auf die Gezeitenkräfte der anderen Gruppenmitglieder zurückzuführen ist. Zudem ist M66 für ihre hohe Sternentstehungsrate bekannt.
M65 (im Bild unten) zeigt sich dagegen als eine sehr „ordentliche“ Spiralgalaxie. Sie ist stark geneigt, sodass wir fast von der Seite auf ihre Staubschichten blicken. Im Gegensatz zu ihrer Nachbarin wirkt sie stabil und zeigt kaum Anzeichen von Störungen durch die Gravitation des Tripletts.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Gezeiten-Wechselwirkung: Das Leo-Triplett ist ein Paradebeispiel für eine interagierende Galaxiengruppe. Während M65 und M66 auf dem Foto dominieren, hat die dritte im Bunde (NGC 3628) einen riesigen Gezeitenschweif aus Gas und Sternen entwickelt, der durch die Schwerkraft der beiden Messier-Objekte herausgezogen wurde.
- Asymmetrie bei M66: Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass der Kern von M66 gegenüber dem geometrischen Zentrum der Spiralarme leicht verschoben ist. Diese Verformung entstand durch eine nahe Begegnung mit NGC 3628 vor etwa 800 Millionen Jahren.
- Sternentstehungs-Fabrik: M66 besitzt eine extrem hohe Dichte an molekularem Gas im Zentrum. Das führt dazu, dass dort deutlich mehr neue Sterne entstehen als in vergleichbaren Galaxien. Dies erkennt man oft an den rötlich leuchtenden HII-Regionen (Wasserstoffwolken) in den Spiralarmen.
- Supernovae-Rekordhalter: M66 ist astronomisch gesehen sehr „aktiv“. Seit 1989 wurden dort bereits fünf Supernovae beobachtet. Das macht sie zu einem begehrten Ziel für Astronomen, die den Lebenszyklus massereicher Sterne untersuchen.
- Das „ruhige“ Mitglied: M65 wirkt im Vergleich fast langweilig, ist aber wissenschaftlich interessant, da sie trotz der Nähe zu den anderen Galaxien kaum Gas verloren hat. Das deutet darauf hin, dass sie die turbulenten Begegnungen der Vergangenheit glimpflicher überstanden hat als ihre Nachbarn.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M65 M66 |
| Typ: | Spiralgalaxie (M65) Balkenspiralgalaxie (M66) |
| Entfernung: | je ca. 35 Mio Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 90.000 Lj. (M65) ca. 95.000 Lj. (M66) |
| scheinbare Helligkeit: | ca. 9,3 mag (M65) ca. 8,9 mag (M66) |
| Sternbild: | Löwe |
Über diese Aufnahme
Die Nacht vom 19. März 2026 bot ideale Bedingungen, um das Leo-Triplett endlich zu vervollständigen. Da ich die berühmte Hamburger-Galaxie (NGC 3628) bereits vor fast genau einem Jahr – Anfang April 2025 – mit sehr viel Belichtungszeit aufgenommen hatte, war es an der Zeit, auch die beiden Messier-Objekte der Gruppe gebührend abzulichten.
Für M65 und M66 konnte ich in dieser Nacht insgesamt 2 Stunden und 48 Minuten an Belichtungszeit sammeln. Die 84 Einzelaufnahmen à 120 Sekunden zeigen bereits sehr schön den Kontrast zwischen der „ordentlichen“ M65 und der durch Gezeitenkräfte leicht verformten M66. Mein Plan für diesen Abend war jedoch straff: Pünktlich nach knapp drei Stunden vollzog meine Montierung den automatischen Schwenk zum zweiten Ziel des Abends – der Sombrero-Galaxie (M104), deren Rohdaten aktuell noch auf ihre Auswertung warten.
Aufnahme Details
| Datum: | 19. 03. 2026 |
| Teleskop: | TS-Optics 10″ Astrograph* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* |
| Zubehör: | TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor* |
| Aufnahmezeit : | 2h 48m 84 x 120s |
| Anmerkung: |























