Über diese Objekt
Der Kugelsternhaufen Messier 13 (M13), oft als „Großer Kugelsternhaufen im Herkules“ bezeichnet, ist eines der prachtvollsten Himmelsobjekte der nördlichen Hemisphäre. Er wurde im Jahr 1714 von dem englischen Astronomen Edmond Halley entdeckt. Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 5,8 mag ist er unter einem dunklen Himmel theoretisch sogar mit bloßem Auge als schwacher Lichtpunkt wahrnehmbar. M13 ist ein extrem altes Objekt; Wissenschaftler schätzen sein Alter auf etwa 11,6 bis 13 Milliarden Jahre, was ihn zu einem der ältesten bekannten Strukturen in der Umgebung der Milchstraße macht.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Sternpopulation: Der Haufen beherbergt mehrere hunderttausend Sterne, die extrem dicht gedrängt sind. Im Kernbereich ist die Sterndichte etwa hundertmal höher als in der Umgebung unserer Sonne.
- Sternentwicklung: Es handelt sich fast ausschließlich um Sterne der Population II. Diese sind sehr metallarm, da sie in einer frühen Phase des Universums entstanden sind, als das interstellare Medium noch kaum mit schweren Elementen aus Supernova-Explosionen angereichert war.
- Dynamik: Kugelsternhaufen wie M13 sind gravitativ gebundene Systeme, die den galaktischen Halo der Milchstraße umkreisen. Sie unterliegen internen dynamischen Prozessen wie der gravitativen Relaxation, bei der Sterne durch wechselseitige Begegnungen Energie austauschen und das System stabilisieren.
- Metallizität: Die chemische Zusammensetzung der Sterne in M13 ist für Astronomen ein Schlüsselwerkzeug, um die frühe chemische Evolution der Milchstraße zu verstehen, da die Sterne quasi „fossile Zeugen“ der Frühphase sind.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M 13 |
| Typ: | Kugelsternhaufen |
| Entfernung: | ca. 100 Mio Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 1000 Lj. |
| scheinbare Helligkeit: | ca. 10 mag |
| Sternbild: | Herkules |
Über diese Aufnahme
Dieses Bild entstand am 8. August 2020 und markiert einen persönlichen Erfolg. Nach zwei Abenden, an denen ich den Kugelsternhaufen im Herkules einfach nicht finden konnte – vermutlich, weil ich in der Region der Sterne ein wenig orientierungslos war – war der dritte Anlauf ein voller Erfolg. Innerhalb von nicht einmal einer Minute hatte ich ihn im Okular. Der visuelle Eindruck bei 32mm Vergrößerung war ein kleiner, fast perfekt runder, nebliger Ball. Sobald ich die Vergrößerung erhöhte, begann das „Magische“: Die äußeren Bereiche des Nebels lösten sich in unzählige winzige Lichtpunkte auf. Diese Aufnahme ist mein Versuch, diesen ersten Moment, in dem sich der „Nebel“ in Sterne verwandelte, mit dem Smartphone durch das Okular festzuhalten. Es ist vielleicht nicht perfekt scharf, aber es erinnert mich genau an das Gefühl, als ich das erste Mal die Einzelsterne in M13 sah.
Aufnahme Details
| Datum: | 08. 08. 2020 |
| Teleskop: | Teleskop N 150/750 Photon OTA* |
| Montierung: | Skywatcher EQ5* |
| Kamera: | Samsung S9 |
| Filter: | |
| Zubehör: | 20mm Okular |
| Aufnahmezeit : | vermutl. 1s |
| Anmerkung: |





















