In Siril gibt es mittlerweile viele Wege und noch mehr Tools, um ein lineares Bild zu strecken. Hier möchte ich meine persönliche Reihenfolge vorstellen – also einen festen Workflow, mit dem ich am besten fahre. Da es mir hier um den roten Faden geht, erkläre ich nicht jedes Tool im Detail, sondern konzentriere mich auf die Schritte, die einen Rohstack in ein schönes Gesamtkunstwerk verwandeln.

Croppen
Das Zuschneiden ist nach dem Stacken grundsätzlich der erste Schritt, den man immer erledigen sollte.

Hintergrund-Extraktion
Als zweites folgt immer die Hintergrund-Extraktion, wofür ich GraXpert nutze. (Skripte – Python-Skripte – Processing – GraXpert-AI)

Platesolving
Anschließend lässt man das Bild astrometrisch lösen. (Werkzeuge – Astrometrie – Astrometrische Lösung)

Spektrofotometrische Farbkalibrierung
Im Anschluss führt man die Farbkalibrierung für naturgetreue Farben durch. (Bildbearbeitung – Farbkalibrierung – Spektrofotometrische Farbkalibrierung)

Bild schärfen
Mein nächster Schritt ist das Schärfen des noch linearen Bildes mit Cosmic Clarity Sharpening. Hier wähle ich die Option „Both“ und erhöhe den „Non Stellar Amount“ ein wenig. (Skripte – Python-Skripte – Processing – CosmicClarity_Sharpen)

Bild entrauschen
Erst jetzt führe ich mit GraXpert ein Denoise durch. (Skripte – Python-Skripte – Processing – GraXpert-AI)

Speichern des linearen Bildes
Ich speichere das Zwischenergebnis als 32-bit FITS-Datei ab.

Sternentfernung
Mittels Starnet++ trenne ich die Sterne sauber vom Hintergrund. (Bildbearbeitung – Sternbearbeitung – Starnet Sternentfernung)

VeraLux Hypermetric Stretch
Mit Hypermetric Stretch führe ich ein „Auto-Calc Log“ durch und prüfe das Objekt in der Live-Preview. Den Grad der Streckung wähle ich über „Target Bg“ und passe mit „Log D“ die Farbsättigung manuell an. (Skripte – Python-Skripte – VeraLux – VeraLux_HyperMetric_Stretch)
Wichtiger Hinweis: Nach dem Hypermetric Stretch musst du das gestreckte Bild einmal manuell speichern (z. B. als sternenlos_gestreckt.fits), damit du im StarComposer die Datei im nächsten Schritt als Hintergrund auswählen kannst.

Sternzusammensetzung
Danach füge ich das gestreckte Bild und die Sterne mit dem VeraLux StarComposer wieder zusammen. (Skripte – Python-Skripte – VeraLux – VeraLux_StarComposer)

VeraLux Revela
Mit VeraLux Revela bringe ich feine Details und schwache Nebelstrukturen richtig zur Geltung. (Skripte – Python-Skripte – VeraLux – VeraLux_Revela)

HDR Multiscale Transform
Mit HDR Multiscale bändige ich helle Zentren und erhöhe gleichzeitig den Kontrast in den Strukturen. (Skripte – Python-Skripte – Processing – HDR_multiscale)

Feinarbeiten
Zum Schluss folgen nach Bedarf Korrekturen der Farbsättigung, finales Denoising, Signaturen oder das Spiegeln des Bildes.
Das war es im Großen und Ganzen auch schon. Mir ist aufgefallen, dass weniger Fehler an den Sternen wie Halos oder schwarze Ränder entstehen, wenn ich die Sterne unmittelbar nach dem ersten Strecken des Hintergrunds wieder einfüge und dann mit den Feinarbeiten weitermache.
Das fertige Bild von Messier 1 könnt ihr hier anschauen
Ergänzende Erklärungen zu den Schritten
Warum Schärfen und Entrauschen im linearen Zustand? Das Schärfen mit Cosmic Clarity und das Entrauschen via GraXpert erledige ich bewusst, solange das Bild noch linear ist. Der Grund dafür ist simpel: In diesem Stadium sind die Bilddaten noch unverfälscht und direkt mit dem eingefangenen Licht verknüpft. Algorithmen können Rauschen und Details hier viel präziser trennen, bevor das Strecken (Stretching) eventuelle Fehler oder Bildstörungen künstlich verstärkt.
Der Vorteil der frühen Sternzusammenführung Ein häufiges Problem in der Astrofotografie sind Artefakte nach der Sternentfernung. Wenn man das sternenlose Bild sehr aggressiv bearbeitet, passen die ursprünglich entfernten Sterne oft nicht mehr nahtlos in die Lücken zurück. Indem ich den VeraLux StarComposer direkt nach dem ersten Stretch nutze, bleiben die Übergänge natürlich. Die weiteren Detailschritte wie Revela oder HDR Multiscale wirken sich dann harmonischer auf das Gesamtbild aus.
VeraLux Hypermetric Stretch vs. Standard-Methoden Anstatt das Bild manuell über Histogramm-Transformationen zu verbiegen, nutzt dieser skriptbasierte Ansatz eine logarithmische Skalierung. Das schützt die Highlights davor, zu schnell auszubrennen, während die schwachen Signale bereits angehoben werden. „Target Bg“ dient hierbei als deine grobe Marschrichtung für die gewünschte Streckungsstärke.
Vielen Dank fürs Lesen und allzeit Clear Skies
Euer Dimi




























