Über diese Objekt
Der Ringnebel, in Katalogen als Messier 57 (M57) geführt, ist einer der bekanntesten planetarischen Nebel am nördlichen Sternhimmel und befindet sich im Sternbild Leier. Er wurde im Jahr 1779 von dem französischen Astronomen Antoine Darquier de Pellepoix entdeckt. Der Nebel weist eine scheinbare Helligkeit von etwa 8,8 mag auf und ist das Ergebnis eines sterbenden Sterns, der seine äußeren Hüllen abgestoßen hat. Das Alter dieses Nebels wird auf etwa 6.000 bis 8.000 Jahre geschätzt. Durch den Abstoßungsprozess wurde ein weißer Zwergstern im Zentrum freigelegt, dessen energiereiche Strahlung die expandierenden Gashüllen zum Leuchten anregt.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Chemische Zusammensetzung: Die Emissionsspektren zeigen einen ungleichmäßig verteilten Ionisationsgrad. Die inneren Zonen weisen eine hohe Konzentration an doppelt ionisiertem Sauerstoff [O III] auf, während die äußeren Regionen stärker in H-Alpha (ionisiertem Wasserstoff) und Stickstoff [N II] emittieren.
- Zentralstern: Ein extrem heißer weißer Zwergstern, der die nackte, hochgradig komprimierte Kernregion des ehemaligen Roten Riesen darstellt und für die starke UV-Strahlung verantwortlich ist, die das Gas ionisiert.
- Struktur: Die ringartige Erscheinung ist das Resultat eines Projektionseffekts eines torusförmigen (torus = ringförmig) Nebels, den wir von der Erde aus direkt entlang der Symmetrieachse betrachten.
- Hydrodynamik: Aktuelle hochauflösende Beobachtungen (unter anderem durch das James-Webb-Weltraumteleskop) offenbaren komplexe, feine Filamente und knotenartige Gasverdichtungen im Ring, die auf die hydrodynamische Wechselwirkung von Schockwellen und eine asymmetrische Materieverteilung während des Expansionsprozesses hindeuten.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M 57 / NGC 6720 |
| Typ: | Planetarischer Nebel |
| Entfernung: | ca. 2576 Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 0,9 Lj. |
| scheinbare Helligkeit: | ca. 8,8 mag |
| Sternbild: | Leier |
Über diese Aufnahme
Das hier ist mein wohl „kuriosester“ Schnappschuss. Am 1. August 2020 hatte ich gerade mein neues Newton-Teleskop (150/750) bekommen. Voller Begeisterung habe ich Messier 57 beobachtet und wollte das Gesehene unbedingt festhalten – ganz ohne Nachführung, nur mit dem Samsung S9 und einem beherzten Druck auf den Auslöser. Das Ergebnis ist… nun ja, sehr diskret. Wenn ich es nicht dazu geschrieben hätte, würde man den Ringnebel wohl kaum als solchen identifizieren können. Aber genau das ist der Punkt: Es war mein allererster Versuch im Deep Sky Bereich. Es hat mir gezeigt, dass Astrofotografie eine eigene Liga ist und man für echte Ergebnisse Geduld und Ausrüstung braucht, die über das reine „Handy an das Okular halten“ hinausgeht. Ein schönes Dokument für den Start meiner Lernkurve.
Aufnahme Details
| Datum: | 01. 08. 2020 |
| Teleskop: | Teleskop N 150/750 Photon OTA* |
| Montierung: | Skywatcher EQ5* |
| Kamera: | Samsung S9 |
| Filter: | |
| Zubehör: | 20mm Okular |
| Aufnahmezeit : | vermutl. 1s |
| Anmerkung: |





















