Über diese Aufnahme
In der Nacht zum 20. Juni 2026 nutzte ich meine Zeit an der Kosmotheion für eine Aufnahme des Kugelsternhaufens M14. Die Bedingungen waren durchaus fordernd: Eine unangenehm feuchte Luft machte sich bemerkbar, die mir im Laufe der Session einen Strich durch die Rechnung machte. Obwohl ich rechtzeitig mit der Kühlung der Kamera begann, bildete sich während der 37 Aufnahmen à 120 Sekunden ein hartnäckiger Taufleck direkt neben dem Objekt ab. Dieser Umstand zwang mich dazu, von insgesamt 57 Aufnahmen nur etwa 20 als verwertbares Material nutzen zu können. Der Mond stand in dieser Nacht als zunehmender Mond, zu etwa 30 % beleuchtet, recht tief am Horizont und störte die Beobachtung nur geringfügig, da er erst am späten Vormittag aufging. M14 selbst stand tief, was die Nachführung und die Bildbearbeitung aufgrund der atmosphärischen Einflüsse zusätzlich erschwerte.
Aufnahme Details
| Datum: | 20. 06. 2026 |
| Teleskop: | TS-Optics 10″ Astrograph* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* |
| Zubehör: | TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor* |
| Aufnahmezeit : | 0h 40m |
| Anmerkung: |
Über diese Objekt
Wissenschaftliche Ebene: Messier 14, im NGC-Katalog als NGC 6402 geführt, ist ein beeindruckender Kugelsternhaufen im Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus). Mit einer Entfernung von etwa 30.300 Lichtjahren gehört er zu den massereicheren Vertretern seiner Art, enthält er doch schätzungsweise über 150.000 Sterne. Trotz seiner hohen Masse erscheint er visuell lichtschwächer als seine Nachbarn im Schlangenträger, da interstellare Materie sein Licht erheblich dämpft.
Astrofotografische Ebene: Für Astrofotografen stellt M14 eine spezielle Herausforderung dar. Da er sich nahe dem Himmelsäquator befindet, steht er von unseren Breitengraden aus oft recht tief, was eine stabile Atmosphäre voraussetzt. Die große Entfernung und die Dämpfung durch Staub in unserer Milchstraßenebene führen dazu, dass sich der Haufen in den Aufnahmen nicht so leicht in feine Einzelsterne auflösen lässt wie nähere Kugelsternhaufen.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Historische Nova: M14 ist berühmt dafür, dass in ihm 1938 eine Nova explodierte – allerdings wurde diese Entdeckung erst 1964 durch den Vergleich älterer Fotoplatten gemacht.
- Veränderliche Sterne: Der Haufen beherbergt eine Vielzahl von veränderlichen Sternen, insbesondere RR-Lyrae-Sterne, die für Astronomen zur Entfernungsbestimmung essenziell sind.
- Staubdämpfung: M14 leidet unter einer Extinktion, die seine Helligkeit um etwa zwei Magnituden reduziert; ohne diesen Staub wäre er ein deutlich prächtigeres Objekt.
- Form: Der Haufen weist eine leicht elliptische Form auf, was bei Kugelsternhaufen oft auf eine schnellere Eigenrotation oder Gezeiteneinflüsse hindeutet.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M14, NGC 6402 |
| Typ: | Kugelsternhaufen |
| Entfernung: | ca. 30.300 Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 100 Lj. |
| Scheinbare Helligkeit: | ca. 7,6 mag |
| Scheinbare Ausdehnung: | 11 Bogenminuten (ca. 1/3 des Vollmondes) |
| Sternbild: | Schlangenträger (Ophiuchus) |
Weitere Aufnahmen
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