S50 Pro Test – Tag 14: Das Duell der Generationen – S50 vs. S50 Pro

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Dieser Artikel ist Teil meines 60-Tage-Praxistests zum ZWO Seestar S50 Pro*. Das Testgerät wurde mir für diesen Zeitraum von Astroshop / NIMAX GmbH zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um keine Schenkung, und es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Einflussnahme auf meine Bewertung. Sämtliche Eindrücke, Urteile und Testergebnisse spiegeln ausschließlich meine persönliche, unbeeinflusste Meinung als Astrofotograf wider.

Gestern Nacht wollte ich es wissen und habe getestet, was das neue ZWO ZWO Seestar S50 Pro* im direkten Vergleich zum Ur-Seestar S50 leistet. Ich habe mir ein paar Objekte vorgenommen, die ich vor ein bis zwei Jahren schon mit dem alten S50 aufgenommen hatte, und habe die beiden Smart-Teleskope direkt gegeneinander antreten lassen.

Mir ging es keineswegs um einen wissenschaftlich exakten oder sportlich fairen Vergleich. Ich würde es eher einen unkonventionellen Schlagabtausch nennen, bei dem alle Boxer unabhängig von ihrer Gewichtsklasse in den Ring steigen. Ich wollte schlichtweg sehen, was mir die jeweilige App ganz ohne Drittanbieter-Software direkt aus dem Nachthimmel zaubert.

Rahmenbedingungen und Wolkenlotterie

Ich habe versucht, das Framing jeweils möglichst ähnlich zu wählen. Durch das größere Bildfeld des S50 Pro lässt sich das natürlich nur bedingt vergleichen, aber die Richtung stimmt. Bei den Belichtungszeiten hat mir das Wetter allerdings einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch durchziehende Schleierwolken kam beim S50 Pro bei den Objekten NGC 7000 und IC 63 etwas weniger Gesamtbelichtungszeit zusammen als damals beim S50.

Beim Elefantenrüsselnebel (IC 1396A), den ich bereits vor ein paar Tagen mit dem Pro aufgenommen habe, sieht es genau umgekehrt aus: Da wusste ich noch nichts von meinem heutigen Vergleichsvorhaben, weshalb das Pro auf satte 212 Minuten kam, während das alte S50 damals bei 139 Minuten stand. Hier hinkt der direkte Vergleich also ein wenig zugunsten des Pro.

Die Testobjekte im Überblick

Um die Detailunterschiede noch etwas genauer sichtbar zu machen, habe ich die FITS-Rohdaten aller Objekte zusätzlich in Siril registriert und exakt auf den gleichen Bildausschnitt zugeschnitten. Die Ergebnisse könnt ihr in den interaktiven Slidern direkt miteinander vergleichen.

NGC 7000 (Nordamerika-Nebel): Trotz leicht geringerer Belichtungszeit beim Pro-Modell zeigt sich der Dynamikumfang und das vergrößerte Feld der neuen Optik auf den ersten Blick.

Direkter App-Export (JPEG): Seestar S50 (140 Min.) vs. Seestar S50 Pro (105 Min).

IC 63 (Geist von Cassiopeia): Ein extrem schwaches Ziel. Bei aufziehenden Wolken zeigt sich rasch, wie die interne Verarbeitung mit schwierigen Transparenzen umgeht.

Direkter App-Export (JPEG): S50 (93 Min.) vs. S50 Pro (86 Min.).

IC 1396A (Elefantenrüsselnebel): Mit 212 Minuten (Pro) gegen 139 Minuten (S50) der Ausreißer im Feld, aber extrem aufschlussreich für die Detailschärfe.

Direkter App-Export (JPEG): S50 (139 Min.) vs. S50 Pro (212 Min.).

Zwischenfazit: Was hat sich in der Praxis getan?

Eines zeigt dieser direkte Schlagabtausch ganz deutlich: In Sachen Sensorik und interner Software-Verarbeitung hat ZWO in den letzten zwei Jahren spürbar nachgelegt.

Besonders die automatische Sterne-Reduzierung beim S50 Pro ist mir extrem positiv aufgefallen. Die Sterne wirken dadurch feiner, weniger aufgebläht und drängen sich nicht so dominant in den Vordergrund wie beim Ur-S50. Dadurch kommen die feinen Nebelstrukturen – wie beim Elefantenrüssel oder Nordamerika-Nebel – viel plastischer heraus. Auch die höhere Empfindlichkeit der neuen Kamera macht sich bei schwachen Signalen bemerkbar.

Man darf bei all dem Fortschritt allerdings den Preis nicht ganz aus den Augen verlieren. Das originale Seestar S50 startete damals mit einem Einführungspreis von etwa 675 € (später im Straßenpreis um 600 €). Das S50 Pro liegt zum Verkaufsstart jetzt bei 899 €. Wir sprechen hier also von einem Preissprung von gut 33 Prozent. Ob der Leistungssprung diesen Aufpreis rechtfertigt, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Die Bilder zeigen aber klar, dass ZWO nicht nur an der Preisschraube, sondern auch an den entscheidenden Stellen der Bildqualität gedreht hat.

Randnotiz: Cleveres Aussortieren bei Wolken

Ein spannendes Detail am Rande: Das Seestar hat sich während der wechselhaften Bedingungen gestern als erstaunlich intelligent erwiesen. Es gab immer wieder Phasen, in denen dichte Wolkenbänke durchs Bild zogen. Die Software hat diese unbrauchbaren, trüben Frames erkannt, verworfen und gar nicht erst in den Live-Stack einberechnet. Das automatische Ausfiltern schlechter Aufnahmen klappt in der Praxis wirklich super.

Vielen Dank fürs Lesen und allzeit Clear Skies

Euer Dimi


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