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Dieser Artikel ist Teil meines 60-Tage-Praxistests zum ZWO Seestar S50 Pro*. Das Testgerät wurde mir für diesen Zeitraum von Astroshop / NIMAX GmbH zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um keine Schenkung, und es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Einflussnahme auf meine Bewertung. Sämtliche Eindrücke, Urteile und Testergebnisse spiegeln ausschließlich meine persönliche, unbeeinflusste Meinung als Astrofotograf wider.
Nach den bisherigen Tests stand das nächste große Kapitel auf dem Plan: der erste Test im äquatorialen Modus (EQ-Modus) mit dem Videoneiger Seestar TH10. Ziel war es zu prüfen, wie sauber die Nachführung bei längeren Belichtungszeiten läuft und ob sich die Einbindung der Polausrichtung in der Praxis bewährt.

Unkompliziertes Einnorden per Plate Solving
Für den Aufbau nutzte ich das originale Seestar-Karbon-Stativ zusammen mit dem TH10-Videoneiger, der zugehörigen Adapterplatte und einer 3/8″-auf-1/4″-Gewindereduzierung. Die mitgelieferte Leofoto-Schnellwechselplatte kam nicht zum Einsatz, da sie mit ihren 10 cm Länge beim Schwenken an den Gummifüßen des S50 Pro hängen geblieben wäre.

Als sich gegen Mitternacht eine Lücke in der Wolkendecke auftat, führte die Seestar-App verlässlich durch die Routine der Polausrichtung. Das Gerät schwenkte in den Zenit, nahm drei Messbilder per Plate Solving auf und berechnete die Abweichung zu den Himmelsachsen. Trotz kleiner Pausen für Bildschirmfotos war der Vorgang in knapp vier Minuten erledigt – sitzt die Handhabung erst einmal, ist das Einnorden im EQ-Modus locker in zwei bis drei Minuten geschafft.

Verwaschene Sterne trotz perfekter Polausrichtung
Beim anschließenden Anfahren der Ziele folgte jedoch schnell die Ernüchterung. Weder bei der Andromeda-Galaxie M 31 noch beim Pacman-Nebel NGC 281 wollte ein scharfes Bild gelingen. Das Seestar verwarf eine Aufnahme nach der anderen – selbst bei kurzen Belichtungszeiten von 10 Sekunden zeigten die Rohbilder deutliche Strichspuren.

Der Grund dafür lag nicht an der App oder der Nachführung des Teleskops, sondern an einer mechanischen Schwachstelle. Da das Seestar S50 Pro an der Unterseite über ein größeres 3/8″-Fotogewinde verfügt, die Standard-Schnellwechselplatte des TH10 jedoch nur eine gewöhnliche 1/4″-Schraube besitzt, kam eine kleine 3/8″-auf-1/4″-Gewindereduzierung zum Einsatz.

Die Schwachstelle: Das Drehmoment in Schräglage
Beim Abbau zeigte sich das Ausmaß des Problems: Das Seestar saß spürbar locker auf dem Stativkopf und ließ sich ohne viel Kraftaufwand um gut 30° weiterdrehen. Durch die geneigte Position im EQ-Modus wirkt das Eigengewicht des Geräts ständig seitlich auf den Anschluss. Die kleine Reduzierhülse bietet schlicht zu wenig Auflagefläche und Reibung an der Kunststoff-Unterseite. Selbst wenn die Schraube fest angezogen wird, reicht eine minimale Drehbewegung am Gehäuse aus, um die Verbindung zu lockern. Sobald die Motoren schwenken oder nachführen, verdreht sich das Gehäuse um Bruchteile eines Millimeters – völlig ausreichend für unbrauchbare Eiersterne.
Hier wird auch sofort klar, warum Astroshop beim TH10-Videoneiger* ausdrücklich auf die Nutzung der originalen ZWO Schnellwechselplatte mit nativem 3/8″-Gewinde hinweist. Die passende ZWO TH10 3/8″ Schnellwechselplatte* ist bereits geordert. Sobald diese eintrifft, geht der EQ-Test mit hoffentlich bombensicherem Sitz in die zweite Runde.
Vielen Dank fürs Lesen und allzeit Clear Skies
Euer Dimi
























