Über diese Aufnahme
Die Aufnahme am 24. Juni 2023 zeigt sehr deutlich die größte Schwierigkeit bei diesem Objekt. Trotz einer Gesamtbelichtungszeit von 2 Stunden bei 30 Sekunden Einzelbildern blieb der extrem schwache äußere Halo unsichtbar. Stattdessen kämpft man mit der enormen Helligkeit des Zentrums, das auf dem Bild bereits sehr präsent und fast zu hell wirkt.
Aufnahme Details
| Datum: | 24. 06. 2023 |
| Teleskop: | Meade LX200 ACF 3550/355* |
| Montierung: | |
| Kamera: | Canon EOS 1100D |
| Filter: | |
| Zubehör: | |
| Aufnahmezeit : | 2 h 00 m |
| Anmerkung: |
Über diese Objekt
Wissenschaftliche Ebene NGC 6543, besser bekannt als der Katzenaugennebel, ist einer der komplexesten planetarischen Nebel, die wir kennen. Er entstand, als ein sterbender, sonnenähnlicher Stern seine äußeren Gashüllen in regelmäßigen Abständen abgestoßen hat. Was ihn wissenschaftlich so besonders macht, ist seine komplizierte Struktur aus konzentrischen Ringen, Jet-artigen Auswürfen und knotigen Gaswolken. Untersuchungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop haben gezeigt, dass der Zentralstern eigentlich ein Doppelsternsystem sein könnte, dessen dynamische Wechselwirkung diese symmetrischen, schalenförmigen Strukturen geformt hat. Der Nebel ist zudem eine starke Röntgenquelle, was auf extrem heiße Schockfronten im Gas hindeutet, die entstehen, wenn der schnelle Sternwind auf das langsamere, zuvor ausgestoßene Material trifft.
Astrofotografische Ebene Astrofotografisch ist der Katzenaugennebel ein Paradebeispiel für die Herausforderung des Dynamikumfangs (High Dynamic Range). Der helle innere Kern ist so intensiv, dass er bei Belichtungszeiten, die für die Umgebung nötig wären, sofort ausbrennt. Gleichzeitig besitzt der Nebel einen extrem schwachen äußeren Halo, der sich über ein viel größeres Gebiet erstreckt. Um beides – den detaillierten Kern und die zarten äußeren Hüllen – gleichzeitig darzustellen, ist meist eine Kombination aus extrem kurzen Belichtungen für das Zentrum und sehr langen, tiefen Belichtungen für den Halo notwendig. Aufgrund seiner geringen scheinbaren Größe erfordert NGC 6543 zudem eine hohe Brennweite und ein exzellentes Seeing, um nicht nur als bläuliches Scheibchen zu erscheinen.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Entfernung: Ungefähr 3.300 Lichtjahre.
- Ausdehnung: Der helle innere Teil misst nur etwa 0,2 Lichtjahre, während der äußere Halo einen Durchmesser von über 5 Lichtjahren erreicht.
- Zentralstern: Ein extrem heißer Wolf-Rayet-Stern mit einer Oberflächentemperatur von ca. 80.000 Grad Celsius.
- Alter: Der innere Nebel wird auf etwa 1.000 Jahre geschätzt, während die äußeren Schalen bereits vor bis zu 90.000 Jahren abgestoßen wurden.
- Katalogbezeichnungen: NGC 6543, Caldwell 6.
- Neueste Erkenntnisse: Spektroskopische Analysen zeigen, dass der Nebel eine chemische Zusammensetzung aufweist, die uns viel über die nuklearen Prozesse im Inneren von Sternen kurz vor ihrem Ende verrät. Die Entdeckung von filamentartigen Strukturen im Halo deutet zudem auf Magnetfelder hin, die den Ausstoß des Materials beeinflussen.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | NGC 6543 |
| Typ: | Planetarischer Nebel |
| Entfernung: | ca. 3300 Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 0,2 Lj. |
| scheinbare Helligkeit: | ca. 8,8 mag |
| Sternbild: | Drache |
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