IC 5146 – Der Kokon-Nebel – Eigentlich ein Juwel im Schwan

Über diese Aufnahme

Dieses Bild von IC 5146 ist ein echter Zeitzeuge. Am 25. Juni 2023 war der Versuch, in nur 45 Minuten genügend Photonen zu sammeln, rückblickend eher optimistisch. Mit einer Einzelbelichtungszeit von nur 10 Sekunden bei ISO 3200 wurde hier gegen das Rauschen und die kurze Sommernacht gekämpft. Selbst damals entsprach das Ergebnis nicht meinen Ansprüchen und blieb unveröffentlicht.

Aufnahme Details

Datum:25. 06. 2023
Teleskop:Meade LX200 ACF 3550/355*
Montierung:
Kamera:Canon EOS 1100D
Filter:
Zubehör:
Aufnahmezeit :0 h 40 m
Anmerkung:

Über diese Objekt

Wissenschaftliche Ebene IC 5146, allgemein als Kokon-Nebel bekannt, stellt eine faszinierende Kombination aus einem Emissionsnebel, einem Reflexionsnebel und einem offenen Sternhaufen dar. In seinem Zentrum leitet ein massiver, junger Stern der Spektralklasse B0 die Ionisation des umgebenden Wasserstoffs ein, was für das charakteristische rote Leuchten verantwortlich ist. Wissenschaftlich interessant ist vor allem die Einbettung des Nebels am Ende der Dunkelwolke Barnard 168. Diese Dunkelwolke bildet einen langen „Stiel“, aus dem der Nebel wie eine Blüte hervorzugehen scheint. Jüngste Infrarot-Beobachtungen (z. B. durch das Herschel-Weltraumteleskop) haben gezeigt, dass IC 5146 ein aktives Sternentstehungsgebiet ist, in dem dichte Filamente aus Staub und Gas kollabieren, um neue Sterne zu gebären.

Astrofotografische Ebene Für Astrofotografen ist der Kokon-Nebel eine echte Geduldsprobe. Obwohl der zentrale Teil eine relativ hohe Flächenhelligkeit besitzt, liegt die wahre Schönheit in den umgebenden Staubstrukturen. Die Dunkelwolke B168 absorbiert das Licht der Hintergrundsterne so effizient, dass sie wie ein schwarzer Riss im sternreichen Milchstraßenband wirkt. Um diese Staubbänder und den bläulichen Reflexionsanteil am Rand des roten Emissionsnebels sauber darzustellen, ist eine sehr tiefe Belichtung notwendig. IC 5146 ist zudem ein klassisches LRGB-Objekt, da Schmalbandfilter zwar den Wasserstoffanteil (H-Alpha) isolieren, aber den wichtigen Reflexionsanteil und die Dunkelnebel oft unterdrücken.

Hintergrund und wissenschaftliche Details

  • Entfernung: Ungefähr 3.300 bis 4.000 Lichtjahre.
  • Durchmesser: Der physische Durchmesser beträgt etwa 15 Lichtjahre.
  • Zentralstern: BD +46°3474, ein junger Stern mit etwa 14-facher Sonnenmasse, der erst vor rund 100.000 Jahren sein Licht entzündet hat.
  • Objekttypen: Emissionsnebel (rot), Reflexionsnebel (blau) und Absorptionsnebel (schwarz).
  • Katalogbezeichnungen: IC 5146, Sh2-125, Caldwell 19.
  • Neueste Erkenntnisse: Studien der Filamentstrukturen innerhalb der Dunkelwolke zeigen, dass diese Filamente fast alle eine einheitliche Breite von etwa 0,3 Lichtjahren aufweisen. Das deutet auf eine universelle physikalische Grenze beim Kollaps von Molekülwolken hin.

Objekt Details

Katalognummer(n):IC 5146 / Collinder 470
Typ:Emissionsnebel
Reflexionsnebel
Dunkelnebel
Entfernung:ca. 3.300 – 4.000 Lj.
Ausdehnung:ca. 15 Lj.
scheinbare Helligkeit:ca. 9,3 mag
Sternbild:Schwan

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