Über diese Aufnahme
Bei sehr kalten -10°C war der Himmel relativ aufgehellt und so konnte ich nur mit dem UHC Filter einen schwachen, leicht nierenförmigen Nebel um einen zentralen Stern ausmachen. Der obere Teil d. Nebels war am kräftigsten, nach rechts wurde er immer schwächer. Rechts neben dem Z-Stern teilte ein dunkler von oben n. unten verlaufender Streifen das Objekt in zwei Teile. Nach unten wurde der Streifen breiter und auffälliger. Unter OIII konnte ich nur die die helleren Bereiche des Nebels kontrastreicher erkennen.
Aufnahme Details
| Datum: | 28. 06. 2023 |
| Teleskop: | Meade LX200 ACF 3550/355* |
| Montierung: | |
| Kamera: | Canon EOS 1100D |
| Filter: | |
| Zubehör: | |
| Aufnahmezeit : | 2 h 30 m |
| Anmerkung: |
Über diese Objekt
Wissenschaftliche Ebene Messier 16, bekannt als der Adlernebel, ist ein gewaltiges Sternentstehungsgebiet im Sternbild Schlange. Das Herzstück dieses Nebels bilden die weltberühmten „Säulen der Schöpfung“. Dabei handelt es sich um riesige Finger aus interstellarem Gas und Staub, die von der intensiven Ultraviolettstrahlung junger, massereicher Sterne im benachbarten Sternhaufen (NGC 6611) erodiert werden. Dieser Prozess wird Photoevaporation genannt. Wissenschaftlich gesehen ist M16 ein Labor für die Untersuchung der Sternentstehung. In den Spitzen der Säulen befinden sich sogenannte EGGs (Evaporating Gaseous Globules) – dichte Gasknoten, in denen gerade neue Sterne entstehen. Infrarotaufnahmen des James-Webb-Teleskops haben gezeigt, dass diese Säulen weit weniger massiv sind, als sie im sichtbaren Licht erscheinen, und dass sie von neugeborenen Protosternen förmlich durchsetzt sind.
Astrofotografische Ebene Für uns Astrofotografen ist M16 sowohl ein Segen als auch eine Herausforderung. Die „Säulen“ sind das Ziel schlechthin, erfordern aber eine hohe Brennweite und eine exzellente Nachführung, um die feinen Details der Strukturen herauszuarbeiten. Da der Nebel sehr stark im H-Alpha-Licht leuchtet, ist er ein klassisches Ziel für Astromodifizierte Kameras oder Schmalbandfilter. Die Schwierigkeit liegt oft in der Bildkomposition. Man muss entscheiden, ob man den weitläufigen Nebelkomplex zeigen möchte oder mit viel Brennweite tief in das Zentrum zu den Säulen vordringt. Zudem steht M16 von Deutschland aus gesehen recht tief am Südhimmel, was oft bedeutet, dass man durch eine dickere Luftschicht fotografieren muss, was das Seeing verschlechtern kann.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Entfernung: Ungefähr 7.000 Lichtjahre.
- Ausdehnung: Der gesamte Nebel misst etwa 70 x 55 Lichtjahre; die größte der Säulen ist etwa 4 bis 5 Lichtjahre lang.
- Alter des Sternhaufens: Die jungen Sterne im Zentrum sind erst etwa 1 bis 2 Millionen Jahre alt.
- Objekttyp: Emissionsnebel mit eingebettetem offenem Sternhaufen.
- Katalogbezeichnungen: M16, NGC 6611 (für den Haufen), IC 4703 (für den Nebel).
- Neueste Erkenntnisse: Daten des James-Webb-Teleskops deuten darauf hin, dass die Sternentstehung in den Säulen noch viel aktiver ist als bisher angenommen. Es gibt Hinweise darauf, dass eine nahegelegene Supernova vor etwa 6.000 Jahren eine Schockwelle ausgelöst hat, die die Säulen bereits zerstört haben könnte. Da das Licht aber 7.000 Jahre zu uns braucht, werden wir dieses Ereignis erst in etwa 1.000 Jahren live beobachten können.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M16 / NGC 6611 |
| Typ: | Emissionsnebel |
| Entfernung: | ca. 7000 Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 15 Lj. |
| scheinbare Helligkeit: | ca. 6,3 mag |
| Sternbild: | Schlange |
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