Messier 82 – Die Zigarrengalaxie

Über diese Aufnahme

Nach dem Erfolg am Kugelsternhaufen war ich gespannt, wie sich die neue Kamera an einer Galaxie schlägt. Am 10. September 2023 habe ich M 82 mit insgesamt 438 Einzelbelichtungen à 10 Sekunden aufgenommen. Das Resultat zeigt deutlich den Vorteil der kurzen Belichtungszeiten am Meade LX200R 14″: Die feinen Staubstrukturen und die längliche Form der Galaxie kommen trotz der azimutalen Aufstellung sehr präzise zur Geltung.

Aufnahme Details

Datum:10. 09. 2023
Teleskop:Meade LX200 ACF 3550/355*
Montierung:
Kamera:Svbony SV405CC (Amazon🛒)
Filter:Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″*
Zubehör:
Aufnahmezeit :438 x 10s
Anmerkung:

Über diese Objekt

Wissenschaftliche Ebene Messier 82, weithin bekannt als die Zigarrengalaxie, ist eine unverwechselbare Starburst-Galaxie im Sternbild Großer Bär. Ihre auffällige Form und die extrem hohe Sternentstehungsrate sind das Resultat einer engen Begegnung mit ihrer größeren Nachbarin M 81 vor etwa 200 bis 300 Millionen Jahren. Die dabei wirkenden Gezeitenkräfte haben massenweise Gas in das Zentrum von M 82 gedrückt, was eine Explosion an neuen Sterngeburten auslöste. Besonders spektakulär sind die senkrecht zur Galaxienebene ausströmenden roten Filamente aus ionisiertem Wasserstoffgas, die durch die kombinierten Sternwinde unzähliger junger Sterne und Supernovae in den intergalaktischen Raum geblasen werden.

Astrofotografische Ebene Fotografisch ist M 82 aufgrund ihrer hohen Oberflächenhelligkeit und der markanten Strukturen im Zentrum ein beliebtes Ziel. Die größte Herausforderung besteht darin, die feinen Staubkanäle, die das helle Band der Galaxie durchziehen, scharf abzubilden. Da die Galaxie „edge-on“ (von der Kante) zu uns steht, ist sie ein ideales Objekt, um die Auflösungsfähigkeit eines Teleskops zu testen. Besonders reizvoll – aber auch schwierig – ist das Einfangen der schwachen H-Alpha-Ausbrüche (Superwinds), die weit über die sichtbare Scheibe hinausreichen und oft spezielle Filter oder sehr lange Belichtungszeiten erfordern, um sich vom Hintergrund abzuheben.

Hintergrund und wissenschaftliche Details

  • Objekttyp: Starburst-Galaxie (Balkenspirale vom Typ I0).
  • Entfernung: Ca. 12 Millionen Lichtjahre.
  • Helligkeit: 8,4 mag.
  • Konstellation: Großer Bär (Ursa Major).
  • Besonderheit: M 82 ist etwa fünfmal leuchtstärker als unsere Milchstraße.
  • Neueste Erkenntnisse:
  • JWST-Einblicke: Jüngste Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops haben die Struktur der galaktischen Winde in beispielloser Auflösung gezeigt und enthüllt, wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) in den Ausströmungen überleben.
  • Röntgenquellen: Beobachtungen zeigen eine hohe Dichte an ultraleuchtkräftigen Röntgenquellen (ULXs), was auf eine große Anzahl von massereichen Röntgendoppelsternen oder mittelschweren Schwarzen Löchern hindeutet.
  • Gerüchte:
  • In Fachkreisen wird diskutiert, ob die heftige Sternentstehung in M 82 bereits ihren Höhepunkt überschritten hat und die Galaxie in einigen Millionen Jahren mangels Gasvorrat zu einer eher ruhigen, „schlafenden“ Galaxie werden könnte.

Objekt Details

Katalognummer(n):NGC 1000
Typ:Balkenspiralgalaxie
Entfernung:ca. 10,6 Mio Lj.
Ausdehnung:ca. 40.000 Lj.
scheinbare Helligkeit:ca. 8,6 mag
Sternbild:Großer Bär

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