Über diese Aufnahme
Am 03.03.2024 markierte diese Session an M 82 einen wichtigen technischen Fortschritt: Erstmals kam die parallaktische Montierung Petrus II zum Einsatz. Die Nacht versprach anfangs viel, wurde jedoch nach etwa drei Stunden durch aufziehende Wolken jäh beendet. Aufgrund der wetterbedingten Qualitätseinbußen wurde das Bild in einer „Quick & Dirty“-Manier bearbeitet. Trotz der widrigen Umstände zeigt der Wechsel auf die parallaktische Aufstellung bereits das Potenzial für eine stabilere Nachführung bei künftigen Projekten.
Aufnahme Details
| Datum: | 03. 03. 2024 |
| Teleskop: | Meade LX200 ACF 3550/355* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* |
| Zubehör: | |
| Aufnahmezeit : | 2h 51m |
| Anmerkung: |
Über diese Objekt
Wissenschaftliche Ebene Messier 82, weithin bekannt als die Zigarrengalaxie, ist eine unverwechselbare Starburst-Galaxie im Sternbild Großer Bär. Ihre auffällige Form und die extrem hohe Sternentstehungsrate sind das Resultat einer engen Begegnung mit ihrer größeren Nachbarin M 81 vor etwa 200 bis 300 Millionen Jahren. Die dabei wirkenden Gezeitenkräfte haben massenweise Gas in das Zentrum von M 82 gedrückt, was eine Explosion an neuen Sterngeburten auslöste. Besonders spektakulär sind die senkrecht zur Galaxienebene ausströmenden roten Filamente aus ionisiertem Wasserstoffgas, die durch die kombinierten Sternwinde unzähliger junger Sterne und Supernovae in den intergalaktischen Raum geblasen werden.
Astrofotografische Ebene Fotografisch ist M 82 aufgrund ihrer hohen Oberflächenhelligkeit und der markanten Strukturen im Zentrum ein beliebtes Ziel. Die größte Herausforderung besteht darin, die feinen Staubkanäle, die das helle Band der Galaxie durchziehen, scharf abzubilden. Da die Galaxie „edge-on“ (von der Kante) zu uns steht, ist sie ein ideales Objekt, um die Auflösungsfähigkeit eines Teleskops zu testen. Besonders reizvoll – aber auch schwierig – ist das Einfangen der schwachen H-Alpha-Ausbrüche (Superwinds), die weit über die sichtbare Scheibe hinausreichen und oft spezielle Filter oder sehr lange Belichtungszeiten erfordern, um sich vom Hintergrund abzuheben.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Objekttyp: Starburst-Galaxie (Balkenspirale vom Typ I0).
- Entfernung: Ca. 12 Millionen Lichtjahre.
- Helligkeit: 8,4 mag.
- Konstellation: Großer Bär (Ursa Major).
- Besonderheit: M 82 ist etwa fünfmal leuchtstärker als unsere Milchstraße.
- Neueste Erkenntnisse:
- JWST-Einblicke: Jüngste Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops haben die Struktur der galaktischen Winde in beispielloser Auflösung gezeigt und enthüllt, wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) in den Ausströmungen überleben.
- Röntgenquellen: Beobachtungen zeigen eine hohe Dichte an ultraleuchtkräftigen Röntgenquellen (ULXs), was auf eine große Anzahl von massereichen Röntgendoppelsternen oder mittelschweren Schwarzen Löchern hindeutet.
- Gerüchte:
- In Fachkreisen wird diskutiert, ob die heftige Sternentstehung in M 82 bereits ihren Höhepunkt überschritten hat und die Galaxie in einigen Millionen Jahren mangels Gasvorrat zu einer eher ruhigen, „schlafenden“ Galaxie werden könnte.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M 82 / NGC 3034 |
| Typ: | Balkenspiralgalaxie |
| Entfernung: | ca. 10,6 Mio Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 40.000 Lj. |
| scheinbare Helligkeit: | ca. 8,6 mag |
| Sternbild: | Großer Bär |
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