Über diese Aufnahme
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In der Nacht zum 19. August 2026 bot sich in der Kosmotheion Sternwarte in Roth eine angenehme Spätsommernacht. Bei milden Temperaturen um 18 °C bis 22 °C wehte nur ein ganz leichter Südwestwind. Die Luftsäule war phasenweise stabil, sodass das Guiding der Montierung hervorragend funktionierte. Der Mond zeigte sich an diesem Abend als zunehmender Dreiviertelmond mit einer Beleuchtung von rund 43 %. Er stand im Verlauf des Abends eher tief im Südwesten und ging gegen 23:25 Uhr unter, wodurch die zweite Nachthälfte angenehm dunkel wurde. Leider zogen gegen 00:20 Uhr dichte Wolkenfelder auf, die das Shooting beendeten.

Auf dem fertigen Astrofotografie-Ergebnis sticht vor allem das markante Dreieck aus hellen, blau-weißen Hauptreihensternen von M39 hervor. Die feine Ausarbeitung zeigt neben den farbechten Sternspikes eine überraschende Fülle an feinen Hintergrundsternen der Milchstraße. Das absolute Highlight offenbart sich jedoch bei genauerem Hinsehen im rechten unteren Bildquadranten: Dort zeichnen sich zwei extrem weit entfernte Hintergrundgalaxien ab.
Aufnahme Details
| Datum: | 19. 08. 2026 |
| Teleskop: | TS-Optics 10″ Astrograph* |
| Montierung: | PetrusII (Eigenbau) |
| Kamera: | Svbony SV405CC (Amazon🛒) |
| Filter: | Astronomik Luminanz UV-IR-Blockfilter L-2 2″* |
| Zubehör: | TS-Optics N-AGK3 Komakorrektor* |
| Aufnahmezeit : | 1h 54m |
| Anmerkung: |
Über diese Objekt
Wissenschaftliche Ebene
Messier 39 (auch bekannt als NGC 7092) ist ein sogenannter offener Sternhaufen im nördlichen Sternbild Schwan. Mit einem geschätzten Alter von etwa 200 bis 300 Millionen Jahren gehört M39 zu den astronomisch eher jüngeren bis mittelalten Sternhaufen unserer Milchstraße. Er besteht aus rund 30 bis 50 gesicherten Mitgliedssternen, die gravitationsbedingt lose aneinander gebunden sind. Sämtliche dieser Sterne befinden sich noch auf der Hauptreihe des Hertzsprung-Russell-Diagramms und haben sich noch nicht zu Roten Riesen entwickelt. Wissenschaftlich gehört M39 zur Trumpler-Klasse III,2,m, was bedeutet, dass er sich klar vom Sternfeld abhebt, jedoch keine starke Zentrumsverdichtung aufweist.
Astrofotografische Ebene
Für Astrofotografen stellt M39 ein reizvolles, aber teils unterschätztes Motiv dar. Durch seine enorme scheinbare Ausdehnung am Himmel – die größer als der Vollmond ist – erfordert der Sternhaufen Instrumente mit kleiner Brennweite oder ein Weitfeld-Teleskop. Wegen seiner geringen Sterndichte hebt er sich nur bei präziser Farbdifferenzierung und sauberem Hintergrundkontrast deutlich von den dicht besetzten Sternfeldern der Sommer-Milchstraße ab. Das besondere Etwas bei Langzeitbelichtungen ist das Erkunden des scheinbar „leeren“ Hintergrunds: Tiefe Belichtungen offenbaren schwache Dunkelwolkenstrukturen sowie winzige, extrem weit entfernte Galaxien, die Lichtjahre hinter den Sternen unserer Heimatgalaxie liegen.
Hintergrund und wissenschaftliche Details
- Zwei kosmische Welten im selben Bildausschnitt: Auf der Aufnahme zeichnen sich unterhalb des Haupt-Sternhaufens die beiden Galaxien LEDA 167495 (Galaxie 1) und LEDA 86597 (Galaxie 2) ab. Während die Sterne von M39 nur ungefähr 800 bis 1.000 Lichtjahre entfernt liegen, weisen die Galaxien eine Rotverschiebung von z = 0,0119 beziehungsweise z = 0,0127 auf. Ihr Licht war somit rund 160 bis 170 Millionen Jahre zu uns unterwegs.
- Annäherung an das Sonnensystem: Messier 39 bewegt sich mit einer Radialgeschwindigkeit von etwa 28 Kilometern pro Sekunde auf unser Sonnensystem zu.
- Entdeckungsgeschichte: Der Sternhaufen wurde im Jahr 1764 von Charles Messier katalogisiert, wobei historische Berichte darauf hindeuten, dass bereits Guillaume Le Gentil den Haufen um 1749 beobachtete.
- Fehlende Rote Riesen: Im Gegensatz zu älteren Sternhaufen finden sich in M39 keine Roten Riesen, da der Haufen zu jung ist und seine Sterne noch über reichlich Wasserstoff im Kern verfügen.
Objekt Details
| Katalognummer(n): | M39 / Messier 39 / NGC 7092 |
| Typ: | Offener Sternhaufen (Trumpler-Typ III,2,m) |
| Entfernung: | ca. 825 Lj. |
| Ausdehnung: | ca. 8 Lj. |
| Scheinbare Helligkeit: | ca. 4,6 mag |
| Scheinbare Ausdehnung: | 32′ (ca. 1,05-facher Durchmesser des Vollmonds) |
| Sternbild: | Schwan (Cygnus) |
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